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Geschäftshaus & Gewerbehof Axel-Springer-Straße 42

Obj.-Dok.-Nr.: 09031115
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Axel-Springer-Straße
Hausnummer: 42
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Geschäftshaus & Gewerbehof
Entwurf: 1913
Datierung: 1914-1915
Umbau: 1933-1934 & 1982
Entwurf: Bernoulli, Hans (Architekt)
Entwurf: Rinkel, Louis (Architekt)
Ausführung: Mattheus, Adolf (Maurermeister)
Bauherr: Oppenheimer, Siegmund & Eisenstein, Gustav

Von Hans Bernoulli und Louis Rinkel stammt das Geschäftshaus Axel-Springer-Straße 42, das 1914-15 für die Kaufleute Siegmund Oppenheimer und Gustav Eisenstein errichtet wurde. (1) Das rückwärtig als Gewerbehof angelegte Haus wurde zunächst etagenweise an kleinere Manufakturen, Hutfabrikanten und Textilhersteller vermietet. 1933 übernahm der Hartmannbund, der Berufsverband der deutschen Ärzte, das Gebäude; heute befindet sich hier ein Zentrum für kardiologische Rehabilitation. Das Gebäude ist durchgängig fünfgeschossig gehalten und wird straßenseitig durch ein zweigeschossiges, mit Gauben versehenes Mansarddach abgeschlossen. Für den Fassadenentwurf zeichnete Hans Bernoulli, Wegbereiter der modernen Architektur in der Schweiz, verantwortlich. Wie bereits beim Gewerbehof Axel-Springer-Straße 44-47, der von den gleichen Architekten entworfen wurde, fällt auch hier die gezielt sachliche, überaus modern wirkende Anlage der Fassade unmittelbar ins Auge. Sie zeigt eine deutliche Abkehr von der kaiserzeitlichen Stilarchitektur. Das konstruktive System, das seine gestalterische Entsprechung in der rasterförmig angelegten Pfeilerfront findet, bildet das zentrale architektonische Motiv. Baumasse und Fassadenfläche, dies ein Kennzeichen der ausgesprochen modernen Haltung, sind nicht mehr hierarchisch gestaffelt. Vertikal wird die fünfachsige, großflächig durchfensterte Fassade durch die profilierten und seitlich ornamentierten Pfeiler gegliedert. Jeweils zwei Fenster sind paarweise gebündelt. Eine horizontale Akzentuierung erfolgt durch die tiefer angeordneten Brüstungsfelder. Dabei ist das Gebäude entgegen der seinerzeit gebräuchlichen dreischichtigen Gliederung in nur mehr zwei Zonen geteilt. Ein abschließendes Attikageschoss fehlt. Während die straßenseitigen Fronten mit Travertin verblendet wurden, versah man die hofseitigen mit einer weniger anspruchsvollen Putzgliederung. Die um zwei Höfe gelegten rückwärtigen Flügel waren von Beginn an weitgehend stützenfrei, sodass die Grundrisseinteilung nach Bedarf erfolgen konnte.


(1) Berliner Architekturwelt 11 (1909), S. 449-450; Bauwelt 5 (1914) 23, S. 21-27; Die Baugilde 9 (1927), S. 478.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 150