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177. und 191. Gemeindeschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09031088
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Görlitzer Straße
Hausnummer: 51
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Lehrerwohnhaus
Datierung: 1890-1891
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Bauherr: Magistrat Berlin

Auf der Blockinnenfläche der Görlitzer Straße 51 steht die 177. und 191. Gemeindeschule,, die als typische Gemeindedoppelschule 1890-91 unter Stadtbaurat Hermann Blankenstein errichtet wurde, als die Schülerzahlen in der südöstlichen Luisenstadt rapide anwuchsen. (1) Mit Ausnahme eines kleinen Abortgebäudes hat die Anlage im Zweiten Weltkrieg kaum Schaden genommen. Sie umfasst einen viergeschossigen Klassentrakt, ein dreigeschossiges Lehrerwohnhaus und eine Turnhalle. Als Baugrund standen die Innenfläche des Baublocks sowie ein schmaler Grundstücksstreifen an der Görlitzer Straße zur Verfügung. Das straßenseitige Lehrerwohnhaus schließt sich an die Blockrandbebauung an und begrenzt den Hofzugang. Es folgt hofwärts zunächst die Turnhalle und auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks schließlich der Klassentrakt. Stadtbaurat Blankenstein hat die Gebäude durchweg als massive Mauerwerksbauten angelegt. Während Sockel und Erdgeschossbereich eine Verblendung mit roten Klinkern erhielten, hat man die Obergeschosse mit gelbem Sichtmauerwerk versehen. Die Fenster- und Türöffnungen haben mehrheitlich einen Segmentbogenabschluss. Als Schmuckformen dienen schwarze und rote Ziegeleinlagen, Terrakotten und aus Formsteinen gefertigte Konsolgesimse. Das Lehrerwohnhaus zeigt eine klar geschnittene würfelförmige Grundform und ist mit einem flachen Dach ausgestattet. Die flächige Fassade ist streng symmetrisch gegliedert. Unmittelbar neben dem Wohnhaus befindet sich das aus Mauerwerkspfeilern und schmiedeeisernem Gitter bestehende Portal der Schule. Der kasernenartige Klassentrakt umschließt mit seiner hufeisenförmigen Grundform einen großen rechteckigen Hof. Dabei liegt der Bau in einer Achse mit der später errichteten St.-Marien-Liebfrauen-Kirche, mit der die Schule aber nicht baulich verbunden ist. Die Fassaden werden über Fensterachsen und Gesimse gegliedert. Dabei fällt der überhöhte Mitteltrakt auf, dessen drittes Obergeschoss die Aula aufnimmt. Seit 2006 wird die frühere Gemeindeschule durch eine Modeschule genutzt.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 325-326; BusB V, C, S. 349.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 325f.
  • BusB V C 1991 / Seite 349
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 277 f.