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Mietshaus & Fabrik Gneisenaustraße 44 & 45

Obj.-Dok.-Nr.: 09031087
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Gneisenaustraße
Hausnummer: 44 & 45
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Mietshaus & Fabrik
Datierung: 1899
Entwurf: Kuthe, Arnold (Maurermeister)
Bauherr: Grün und Hettig (Tischlerei)

Zu den damals errichteten Gebäuden gehören auch zwei gut erhaltene Mietshäuser in der Gneisenaustraße 44-45, denen rückwärtig eine kleine Etagenfabrik angegliedert ist. Wohnhaus und Gewerbeeinheit wurden 1899 von Maurermeister Arnold Kuthe für die Bautischlerei Grün und Hettig errichtet, die hier über Jahrzehnte ihren Produktionsstandort hatte. Die Straßenfront des fünfgeschossigen Doppelhauses setzt sich aus zwei spiegelbildlich entwickelten Einzelfassaden zusammen. Ihr zarter, flächiger Stuckdekor orientiert sich an den Formen des Jugendstils. Jede der Einzelfassaden zeigt einen hierarchischen Aufbau. In den beiden mittleren Fensterachsen schiebt sich jeweils ein Erker mit angegliederten Balkonen vor die Fassadenflucht. Zusammen mit den dreieckigen Giebeln bilden die Erker die auffallendsten baulichen Motive. Die Erkerfronten sind mit einem Baumeisterwappen, das Zirkel, Dreieck und Hobel enthält und vermutlich auf die hier ansässige Bautischlerei anspielt sowie mit einem Engelskopf und einem stilisierten Baum verziert. Als nicht ungewöhnlich für das Quartier kann die Ausstattung mit mittelgroßen Wohnungen gelten, zu denen jeweils eine Mädchenkammer gehörte. Zeittypisch ist die Bauweise des hofseitigen Fabrikgebäudes. Die Konstruktion beruht auf einer Mischform aus Massiv- und Skelettbauweise und die verklinkerten Fassaden bestehen aus einem Gerüst aus Pfeilern und Brüstungsflächen. Das Tragwerk setzt sich aus dem Mauerwerk der Außenwände und einer inneren Stahlstützenreihen zusammen. Da tragende Zwischenwände entfallen konnten, ist das Gebäude für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten offen. Für eine gute Belichtung der Arbeitsflächen sorgen die großen Fenster an Vorder- und Rückfront.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 420 f.