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Mietshaus Gneisenaustraße 6A & 6B & 7A

Obj.-Dok.-Nr.: 09031085
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Gneisenaustraße
Hausnummer: 6A & 6B & 7A
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1864-1865
Entwurf: Peschke, T. (Zimmermeister)
Bauherr: Peschke, T. & Brescius (Zimmermeister & (?))

Der recht große Baublock zwischen Mehringdamm, Gneisenaustraße, Nostitzstraße und Bergmannstraße ist ringsum mit Mietshäusern besetzt, die eine geschlossene Blockkante ausbilden. Auf der Blockinnenfläche befindet sich ein bedeutender Schulstandort, der über eine Privatstraße erschlossen wird. Die Zufahrt wird von den beiden spiegelbildlich ausgeführten Mietshäusern Gneisenaustraße 6A-B und 7A eingefasst. Die beiden Putzbauten, 1864-65 errichtet von den Zimmermeistern Peschke und Brescius, waren als Auftakt für eine von der Gneisenaustraße abgehende Privatstraße gedacht, die mit dreigeschossigen Stadtvillen bebaut werden sollte. Die anspruchsvolle Wohnanlage in der Blockinnenfläche konnte aber aus finanziellen Gründen sowie aufgrund baurechtlicher Bedenken nicht verwirklicht werden, weshalb der Berliner Magistrat um 1880 die innenliegenden Parzellen erwarb. Dessen ungeachtet bilden die beiden ausgeführten Häuser an der Gneisenaustraße noch heute mit ihren turmartig betonten Gebäudeecken ein vornehmes Entrée für die als Schulstandort genutzte Blockinnenfläche. Die spätklassizistischen Häuser gehören zum ältesten Baubestand des Quartiers. Beeindruckend ist die enorme Bebauungsdichte des Grundstücks. Die blockhaften Bauten umschließen C-förmig einen engen, polygonal gebrochenen Innenhof. Die Fassaden zur Gneisenaustraße und zur Privatstraße sind spiegelbildlich ausgebildet. Balkone und Loggien fehlen, sodass sich ein flächiges Fassadenbild ergibt. Ein auffälliges Motiv sind die turmbekrönenden Dreieckecksgiebel. Wie damals allgemein gebräuchlich setzte man auch hier die Erdgeschosse durch Rustizierung von den glatt geputzten Obergeschossen ab. Im Widerspruch zum recht stattlichen Erscheinungsbild standen die sehr einfachen Wohnverhältnissen. Die kleinen Wohnungen - vier je Geschoss - waren nur über gemeinschaftlich nutzbare Flure erschlossen. Ein wenig Glanz verbreitete allenfalls das außergewöhnlich geformte Treppenhaus über halbrundem Grundriss.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 403