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133. und 149. Gemeindedoppelschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09031077
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Bergmannstraße
Hausnummer: 28 & 29
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1884-1885
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Bauherr: Magistrat Berlin

Die 133. und 149. Gemeindeschule in der Bergmannstraße 28-29 ist ein typischer Schulbau des Stadtbaurats Hermann Blankenstein. (1) Die Gemeindedoppelschule mit getrennten Eingängen und Klassenzimmern für Knaben und Mädchen wurde 1884-85 errichtet, nachdem die Einwohnerzahl des Viertels durch die Bebauung der umliegenden Straßen erheblich angestiegen war. Als Baugrund stand ausnahmsweise kein Hinterlandgrundstück, sondern eine große, von der Arndtstraße bis zur Bergmannstraße reichende Parzelle zur Verfügung. Blankenstein nutzte den besonderen Grundstückszuschnitt und die außergewöhnliche Hanglage für eine geschickte städtebauliche Inszenierung. Die Blockkante zum Marheinekeplatz brach er auf, indem er den Klassentrakt auf die höchsten Stelle des Grundstücks setzte und davor einen Schulhof ausbildete. An die Brandwände der benachbarten Mietshäuser schließen sich - in deutlichem Abstand zueinander - die eingeschossige Turnhalle und das würfelförmige Lehrerwohnhaus an. Damit stellt die Schule ein hervorgehobenes Element der Platzgestaltung dar, zumal der Mittelrisalit des Klassentrakts auf die Achse der Mittenwalder Straße ausgerichtet wurde. Abgesehen von zwei Aborthäuschen und Teilen des Klassentrakts sind alle Bestandteile der Gemeindeschule erhalten geblieben. Gestalterisch dominierend ist der mächtige viergeschossige Klassentrakt, der den Schulhof ursprünglich als Dreiflügelanlage umschloss, während Turnhalle und das Lehrerwohngebäude weniger auffallen. Blankenstein ließ alle Gebäude in der für ihn charakteristischen Backsteinbauweise ausführen. Auch wenn die Architektur nüchtern und streng wirkt, so ist doch auf die bemerkenswerte handwerkliche Qualität des Mauerwerks hinzuweisen. Um die gelben Klinkerflächen nicht zu gleichförmig erscheinen zu lassen, wurden sie durch rote Ziegelbänder, sorgfältig gearbeitete Terrakotten und Formsteine bereichert. Wichtigste gliedernde Elemente sind die Gesimse und die gleichmäßig aufgereihten Fensterachsen. Hinter den vier großen Rundbogenfenstern im Obergeschoss des Mittelrisalits liegt die Aula. Als charakteristisch für Blankensteins Gemeindedoppelschulen ist der vollkommen symmetrische und nach Geschlechtern getrennte Grundriss anzusehen. Blankenstein achtete darauf, die Schüler nach Möglichkeit nicht der direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen, weshalb die Klassenzimmer alle zum nördlich vorgelagerten Schulhof gerichtet sind. Nach Süden zur Arndtstraße ist der Klassentrakt in die Blockrandbebauung eingepasst. Die durch Mittel- und Seitenrisalite gegliederte Fassade wirkt abweisend, da hier keine Eingänge ausgebildet wurden.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 318, 329; Busb V C, S. 344.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 320
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 415 ff.