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Mietshaus Mehringdamm 50

Obj.-Dok.-Nr.: 09031064
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Mehringdamm
Hausnummer: 50
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1865-1866
Umbau: 1887 & 1907 & 1989-1990 & 1991-1992
Entwurf & Ausführung: Riehmer, Wilhelm Ferdinand August (Maurermeister & Bauunternehmer)
Ausführung: Walther, Adolf (Zimmermeister)
Bauherr: Riehmer, Wilhelm Ferdinand August (Maurermeister)

Das viergeschossige Mietshaus Mehringdamm 50 errichtete der Bauunternehmer und Maurermeister Wilhelm Ferdinand August Riehmer 1865-66 und bewohnte es selbst bis zu seinem Tod im Jahr 1905. Das Mietshaus gehört zu den frühesten von Riehmers umfangreichen Bauvorhaben, die ab 1880 ihren Höhepunkt in der nahegelegenen Wohnanlage Riehmers Hofgarten fanden. (1)

Das Haus Mehringdamm 50 besteht aus einem Vorderhaus und zwei Seitenflügeln. Das Mietshaus für den gehobenen Lebensstandard ist im Vorderhaus als Zweispänner angelegt mit herrschaftlichen Sechs- und Sieben-Zimmer-Wohnungen von großen Deckenhöhen, die auf allen Etagen bis in die Seitenflügel reichen. Die repräsentative, in spätklassizistischen Formen gestaltete Straßenfront ist vollständig von einer Quaderrustika überzogen und gleicht einem Stadtpalais. Die Fassade wird gegliedert durch einen leicht vorstehenden breiten Mittelteil und zwei symmetrisch angeordnete seitliche Achsen. Im Mittelteil werden die Geschosse durch reich detaillierte Gesimse voneinander getrennt. Während das erste Obergeschoss flache Fensterrahmen besitzt, weist das zweite Obergeschoss, als Beletage, Pilastereinfassungen und horizontale Verdachungen auf. Das dritte Obergeschoss hebt sich durch Rundbogenfenster und Pilastergliederungen von dem unteren Fassadenbereich ab. Ein verbindendes Element ist die Mittelachse der Fassade, die durch ein hohes von kannelierten Pilastern gerahmtes Portal mit horizontaler Verdachung betont wird. Im zweiten Obergeschoss wird die Mittelachse durch eine Fenstereinfassung aus ionischen Säulen und korinthischen Pilastern gekennzeichnet und im dritten Obergeschoss wird sie durch eine doppelte Anordnung von Pilastern hervorgehoben. Die seitlichen Achsen sind mit polygonalen Altanen besetzt. Der Balkonaustritt wird von einer flachen Vorhalle mit zwei Karyatiden gerahmt.

Im Innenraum zeigen Vestibül und Treppenhaus eine aufwendige, gut erhaltene Innenausstattung in Formen der Neorenaissance. Die Eingangshalle mit dem einläufigen Treppenaufgang besitzt einen geometrischen Deckenstuck und eine Wandgliederung aus korinthischen Pilastern, zwischen denen sich Arkaden spannen. Das Treppenhaus ist mit einer hölzernen Treppe versehen, die reiches Schnitzwerk zeigt. Die Setzstufen sind mit geflügelten Löwenpranken geschmückt und der Treppenlauf zeigt ein Dekor aus Blütengirlanden und Perlstab. Auch die Treppenhausfenster sind erhalten, teilweise mit originaler Verglasung. Vorhanden sind auch die zweiflügeligen kassettierten Wohnungstüren mit Oberlicht. Die Treppenhauswände sind mit einem ornamentalen Fugenschnitt und schmalen Bändern aufgemalter Mäander versehen. Die aufwendig gestaltete Fassade und die Innenausstattung des Mietshauses zeigen einen guten Erhaltungszustand.


(1) Galli, Emil/Haas, Renate/Rabatsch, Manfred: Rund um Riehmers Hofgarten. Zwei Jahrhunderte Bauen, Wohnen, Arbeiten, Leben in Berlin-Kreuzberg, Bremen 1987.

Literatur:
  • Emil Galli, Renate Haas, Manfred Rabatsch: Rund um Riehmers Hofgarten. Zwei Jahrhunderte Bauen, Wohnen, Arbeiten, Leben in Berlin-Kreuzberg, Bremen 1987. / Seite .
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 381 ff.