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Mietshaus Mehringdamm 40

Obj.-Dok.-Nr.: 09031030
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Mehringdamm
Hausnummer: 40
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1868
Entwurf: Riehmer, Wilhelm Ferdinand August (Maurermeister)
Bauherr: Riehmer, Wilhelm Ferdinand August (Maurermeister)

Mit der einfachen Ausstattung und den schmuckarmen Straßenfronten dieser Bauten hat das unmittelbar gegenüberliegende Mietshaus Mehringdamm 40, Yorckstraße nicht mehr viel gemein. Maurermeister Wilhelm Riehmer ließ das repräsentative Eckgebäude 1868 auf eigene Kosten errichten. Der Bauunternehmer hatte 1860 mehrere Grundstücke an der Belle-Alliance-Straße (heute Mehringdamm) erworben, auf denen er Mitte der 1860er Jahre anspruchsvolle Mietshausbauten errichtete. Zwar ist das Gebäude mit seinen vier Geschossen nicht besonders hoch, doch wirkt das Grundstück nach heutigen Maßstäben enorm überbaut. Frei blieb allein ein quadratischer Innenhof von minimaler Grundfläche. Das Haus, das in der Gegenwart hauptsächlich gewerblich vermietet ist, enthielt auf jeder Etage zwei Fünf-Zimmer-Wohnungen. Im Erdgeschoss waren Ladeneinheiten untergebracht. Auf das gehobene Wohnniveau weisen neben den recht großzügig geschnittenen Wohnungen auch die beiden Treppenhäuser hin, von denen eines anfänglich als Dienstbotenaufgang genutzt wurde. Nicht zuletzt können auch die Erker und Balkone an beiden Straßenfronten als Zeichen bürgerlicher Wohnkultur gedeutet werden. Das Haus besitzt ein flaches Satteldach mit Biberschwanzdeckung. Der reichhaltige, in Teilen plastisch gearbeitete Stuckdekor ist in Neorenaissanceformen gestaltet. Riehmer nutzte die reizvolle Ecklage, indem er die Hausecke mit einem vornehm wirkenden Eckturm betonte. Mit dem polygonalen, kuppelbekrönten Turm nahm er ein Motiv vorweg, das wenige Jahre später noch einmal bei den beiden südlichen Kopfbauten von Riehmers Hofgarten Verwendung finden sollte. Auch im Fassadenaufbau, in der Art und Anordnung der Fenster sowie im Schmuckaufwand besteht eine grundsätzliche Ähnlichkeit. Auffallend ist dabei insbesondere der springende Wechsel der Fensterformate.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 381