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Hochbahnhof Görlitzer Bahnhof

Obj.-Dok.-Nr.: 09031019
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Skalitzer Straße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (U)
Datierung: 1898-1901
Entwurf: Siemens und Halske
Bauherr: Siemens und Halske

Der Kreuzungsbereich von Skalitzer Straße, Oranienstraße und Wiener Straße wird durch den Hochbahnhof Görlitzer Bahnhof beherrscht. (1) Der 1898-1901 errichtete Bahnhof liegt im östlichen, zwischen Warschauer Brücke und Möckernbrücke gelegenen Abschnitt der Stammstrecke (heute U1), die bereits 1902 als erste Berliner Hoch- und Untergrundbahn eröffnet wurde. Die Station hieß ursprünglich Oranienstraße, wurde aber 1926 nach dem nahen Fernbahnhof in Görlitzer Bahnhof umbenannt.

Der U-Bahnhof gehört zu den fünf Bahnhofsanlagen der Stammstrecke, deren Konstruktion auf einem bereits 1891 von der Firma Siemens & Halske entwickelten Normaltypus basiert. Der Bahnhof ist weniger architektonisches Schaustück als vielmehr filigranes Ingenieurbauwerk. Allenthalben definieren Bogenformen die äußere Gestalt des Bahnhofsgebäudes. Die materialtechnische Reduktion, formale Strenge und Schmucklosigkeit entsprechen seiner Funktion als Verkehrsbauwerk. Die Station besteht aus einer langgestreckten tonnengewölbten Halle, die konstruktiv über Kragbinder mit dem aufgeständerten Hochbahnviadukt verbunden ist. Die Eisen-Glas-Konstruktion wirkt aufgrund ihrer Dünnwandigkeit und der eingeschnittenen großformatigen Rundbogenfenster gleichsam schwerelos. Die schmalen Seitenbahnsteige werden über eine Treppe erschlossen, die in zwei westlich vorgelagerte Vorbauten mündet. (2) Diese Vorbauten werden mittels großer Sprossenfenster belichtet. Der im Zweiten Weltkrieg nur wenig beschädigte Bahnhof erhielt 1997 wieder seine ursprüngliche Farbgebung, eine Ausmalung in hellem Grau, zurück.


(1) Bohle-Heintzenberg 1980, S. 37 ff.; Dehio Berlin 2006, S. 316.

(2) Anfänglich verfügten die Vorbauten über kleine Walmdächer. 1962 wurden die Seitenbahnsteige von 78 Meter auf 108 Meter in Richtung Osten verlängert.

Literatur:
  • BusB X B 1 1979 / Seite 103
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 284