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Mietshaus Wartenburgstraße 16 & 16A & 16B

Obj.-Dok.-Nr.: 09031014
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Wartenburgstraße
Hausnummer: 16 & 16A & 16B
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1874-1875 & 1894
Entwurf: Toebelmann, Carl Friedrich (Zimmermeister)
Entwurf: Schnock, Otto (Zimmermeister)
Bauherr: Töbelmann, Carl Friedrich (Zimmermeister)

1874-75 errichtete der Zimmermeister Carl Friedrich Toebelmann das großstädtische Mietshaus Wartenburgstraße 16-16B. Die breit gelagerte Fassade ist streng symmetrisch gestaltet. Toebelmann versah sie mit einem sparsamen spätklassizistischen Stuckdekor, wobei sowohl die schmalen Gesimse als auch die Putznutung im Erdgeschoss für die ausgeprägte horizontale Gliederung bestimmend sind. Die jeweils äußeren Achsen sind gestalterisch besonders hervorgehoben, indem die Fenster hier paarweise zusammengezogen und mit aufwendigen Rahmungen versehen wurden. An der insgesamt flächigen Anlage der Fassade ändert auch der Balkon im ersten Obergeschoss nur wenig. Über das mittig angeordnete Rundbogenportal gelangt man in das Haupttreppenhaus, das ursprünglich über keine eigene Belichtung verfügte, sondern indirekt über den unmittelbar angrenzenden Dienstbotenaufgang mit Tageslicht versorgt wurde. Auf jeder Etage waren zwei Fünf-Zimmer-Wohnungen angeordnet. Als vornehme Wohnetagen galten vor allem das erste und das zweite Obergeschoss. Für die Dienstmädchen stand als Wohnunterkunft unter anderem der Hängeboden in der Durchfahrt bereit, während der Portier in der rechts angeordneten Wohnung im Souterrain logierte. Wie im Wohnungsbau der Zeit üblich nehmen neben den Raumhöhen auch die Wandstärken von unten nach oben schrittweise ab.

Ein andere Architektursprache zeigt die hofseitige Bebauung. 1893 hatte Toebelmann den Zimmermeister Otto Schnock mit dem Bau eines Gebäudes auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks beauftragt. Bereits ein Jahr später wurde das aus Seiten- und Querflügel zusammengesetzte Hinterhaus fertig gestellt. Der winkelförmige Bau ist mit dem straßenseitigen Vorderhaus konstruktiv nicht verbunden und zeichnet sich durch eine reiche Gestaltungsweise und die für ein Hinterhaus recht großzügigen Wohnungsgrundrisse aus. Die Fassaden sind mit Ausnahme der vollständig rot verklinkerten Südfront verputzt und durch Ziegeleinlagen horizontal gegliedert. Stammen die sorgsam durchkomponierten Portalvorbauten aus dem Formenrepertoire der Landhausarchitektur, so wurden mit den Spitzbogenformen im Erdgeschoss auch neogotische Stilelemente eingesetzt. Die dichtgedrängte Übereinanderstaffelung von Bädern und Mädchenkammern im Querflügel lässt sich noch eindrucksvoll an der Fensterabfolge beiderseits des Treppenhauses ablesen. Mit den alten Fenstern, den Bodenfliesen und den schmiedeeisernen Gittern blieb eine große Zahl hochwertiger Ausstattungsdetails erhalten.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 371