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Mietshaus Wartenburgstraße 16 & 16A & 16B & 17 & 18 & 19

Obj.-Dok.-Nr.: 09031013
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Wartenburgstraße
Hausnummer: 16 & 16A & 16B & 17 & 18 & 19
Denkmalart: Ensemble
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1871-1894

Die Wartenburgstraße wurde Ende der 1860er Jahre angelegt und in den 1870er Jahren nahezu vollständig bebaut. Abgesehen von der palaisartigen St.-Gertraudt-Stiftung entstand hier eine homogene Bebauung aus repräsentativen Mietshäusern. Das Ensemble Wartenburgstraße 16-19 zeigt einen Teil der Erstbebauung des Straßenzugs. Alle Häuser des Ensembles wurden als massive, verputzte Mauerwerksbauten ausgeführt und geben sich als anspruchsvolle "Maurermeisterarchitektur" zu erkennen. Die gehobene Qualität zeigt sich etwa in der guten Proportionierung und Gliederung der Fassaden, aber auch in der handwerklich gediegenen Ausführung des Stuckdekors sowie besonderen Architekturmotiven wie der Serliana im letzten Obergeschoss des Hauses Wartenburgstraße 17. Die Schmuck- und Gliederungselemente, die sich stilistisch an Renaissance und Klassizismus anlehnen, wurden nicht überbordend aufgetragen. Vorherrschend ist die waagerechte Ausrichtung der Fassaden durch Gesimse sowie durch Putznutungen, die teilweise vom Erdgeschoss bis ins zweite oder dritte Obergeschoss hochgezogen wurden. Die Straßenfronten sind durchweg recht flächig angelegt; nur vereinzelt sorgen vorspringende Architekturteile wie die Erker der Wartenburgstraße 17 und 19 für eine größere Plastizität. In den Vorbauten spiegelt sich die gehobene bürgerliche Wohnkultur ebenso wie in den ursprünglichen Grundrissen, auch wenn die Wohnungsgrößen teilweise beträchtlich voneinander differierten. Während etwa die Wartenburgstraße 16 mit Fünf-Zimmer-Wohnungen ausgestattet wurde, enthielt die Wartenburgstraße 17 luxuriöse Zehn-Zimmer-Wohnungen herrschaftlichen Zuschnitts. Die Haupttreppenhäuser wurden in Abhängigkeit von der Grundstücksbreite teils mittig, teils an der Seite angeordnet. Das Grundstück Wartenburgstraße 16 war groß genug, um Haupteingang und Durchfahrt räumlich voneinander trennen zu können.

Wurden die Häuser Wartenburgstraße 16, 17 und 18 allesamt für Carl Friedrich Toebelmann errichtet, so entstand das Gebäude Wartenburgstraße 19 für August Ferdinand Harnisch. Die Bauzeit fiel in die Jahre 1872 bis 1875. Sowohl Toebelmann als auch Harnisch waren typische gründerzeitliche Unternehmer, die sich durch großstädtischen Mietshausbau gute Gewinne versprachen. Planung und Ausführung der Bauten konnten sie als Maurer- und Zimmermeister gleich mit übernehmen. Ungewöhnlich ist allerdings, dass sie die Häuser in der Wartenburgstraße über längere Zeit behielten und hier auch selbst in großzügig geschnittenen Wohnungen lebten. Carl Friedrich Toebelmann wohnte in der Wartenburgstraße 17 und August Ferdinand Harnisch in der Wartenburgstraße 20, wo sich heute ein Neubau befindet.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 370 f.