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Mietshaus & Laden Urbanstraße 29A Körtestraße 2

Obj.-Dok.-Nr.: 09031003
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Urbanstraße
Hausnummer: 29A
Strasse: Körtestraße
Hausnummer: 2
Denkmalart: Ensembleteil
Sachbegriff: Mietshaus & Laden
Datierung: 1891-1892
Entwurf: Jehser, G. (Maurermeister)
Bauherr: Jehser, G. (Maurermeister)

Südlich des Wrangelbrunnens schließt ein kaiserzeitliches Ensemble von Mietshäusern Urbanstraße 28-35D, Fichtestraße 1-3, 33-34 und Körtestraße 1-3, 5 die Achse der Grimmstraße ab. Das Bild der historischen Blockrandbebauung ist nahezu unversehrt überliefert. Der Straßenraum weitet sich, den Planungen Hobrechts folgend, am Schnittpunkt von Fichtestraße, Körtestraße und Urbanstraße zu einem polygonal gebrochenen Stadtplatz auf, dessen Südseite mit stattlichen Mietshäusern besetzt ist. Die zwölf Gebäude des Ensembles wurden, von einer Ausnahme abgesehen, allesamt in rascher Folge 1886-91 ausgeführt. Nach den Bestimmungen der Berliner Bauordnung, die 1887 in Kraft trat, durften sie nicht mehr als fünf Vollgeschosse haben. Obwohl von repräsentativer Wirkung sowie routiniert und variantenreich gestaltet, gehen die Bauten auf nichtakademische Maurer- und Zimmermeister zurück.

Die große Bandbreite an Fassadenbildern, an stilistischen Ausprägungen und Materialien macht deutlich, dass man Wert auf Differenzierung und Individualität legte. So sieht man hier Fassaden im Neorenaissance- und Neobarockstil nebeneinanderstehen. Neben reinen Stuck- und Putzfassaden wie in der Urbanstraße 33 sind solche mit rotem Sichtmauerwerk und aufgeputzten Dekor- und Gliederungselementen wie in der Urbanstraße 32 anzutreffen. Durchgehende Merkmale sind indessen der Zwang zur Fassadensymmetrie, die ebenerdig angeordneten Ladengeschosse und die Traufbereiche mit den mächtigen Kranzgesimsen. Auch dass die meist flach ausgebildeten Dächer keine Rolle als Gestaltungsfaktor spielen und vorzugsweise Balkone und Erker als plastische Gliederungselemente eingesetzt werden, ist für die meisten Häuser kennzeichnend. Die aufwendige Fassadengestaltung diente der besseren Vermietbarkeit. In Teilen war die prunkhafte Ausstattung aber auch durch die Lage an der boulevardartig ausgebauten Urbanstraße bedingt. Dabei unterstrichen Vorgärten wie in der Fichtestraße 1-3 oder der Körtestraße1, 3 und 5 die Ansprüche an Gediegenheit und Vornehmheit. Noch heute werfen die Häuser in ihrem gut überlieferten Zustand ein bezeichnendes Licht auf die Wohnverhältnisse in der Tempelhofer Vorstadt am Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Gebäude bestehen mehrheitlich aus Vorderhaus, Seitenflügel und Quergebäude. In der Urbanstraße 34 und 35 wurden die Mietshäuser um zwei Höfe gelegt und zu einer Hofgemeinschaft zusammengeschlossen, was zu einer deutlich besseren Belichtung und Belüftung der Hofbereiche führte. Die Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen der Vorderhäuser belegen, dass die Bauten mittleren Wohnansprüchen genügen sollten. Nur vereinzelt sind Sechs-Zimmer-Wohnungen anzutreffen.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 315 ff.