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Wohn- und Geschäftshaus Oranienstraße 166

Obj.-Dok.-Nr.: 09030781
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Oranienstraße
Hausnummer: 166
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohn- und Geschäftshaus
Datierung: 1889-1890
Entwurf & Ausführung: Weile, Siegfried (Maurermeister)
Bauherr: Simonsohn, Sigmund (Kaufmann)

Das gut erhaltene Wohn- und Geschäftshaus Oranienstraße 166 von 1889-90 ersetzt ein älteres, bereits 1861 an gleicher Stelle errichtetes Mietshaus und belegt damit die erhebliche bauliche Verdichtung der Luisenstadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Entwurf und Ausführung gehen auf den Maurermeister Siegfried Weile zurück, während der Kaufmann Sigmund Simonsohn als Bauherr auftrat. Das fünfgeschossige Gebäude, das über einen kleinen dreigeschossigen Seitenflügel verfügt, wurde als massiver Mauerwerksbau errichtet. Während das Erdgeschoss und die folgenden zwei Obergeschosse für eine geschäftliche Nutzung ausgelegt waren, nahmen das dritte und vierte Obergeschoss ausschließlich Wohnungen auf. In der überwiegend von spätklassizistischen Bauten gesäumten Oranienstraße stellt die plastisch geformte und in neobarocken Formen gestaltete Straßenfront eine Ausnahme dar. Der zweizonige Fassadenaufbau korrespondiert mit der Einteilung des Innern. So sind die unteren drei Geschosse durch ihre großen Fensterformate zweifelsfrei als Geschäftsetagen gekennzeichnet. Im Bereich der Wohnetagen des dritten und vierten Obergeschosses steigert sich der Gestaltungsaufwand. Prägendes architektonisches Motiv ist hier der Erkervorbau des gleichsam als Beletage ausgebildeten dritten Obergeschosses. Die Ladenzone wurde kundenfreundlich und in Abweichung zu den bis dahin geltenden Gepflogenheiten nicht im Souterrain, sondern ebenerdig angelegt. Die Fassadensymmetrie wird durch die äußerste linke Achse aufgehoben, die risalitartig vor die Fassade tritt. Hier befindet sich der rundbogige Eingang zum Gebäude. Innen hat sich die eiserne Treppenanlage samt schmiedeeiserner Dekorformen erhalten.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 223