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Mietshaus Erkelenzdamm 5

Obj.-Dok.-Nr.: 09030768
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Erkelenzdamm
Hausnummer: 5
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1872-1873
Umbau: 1950
Entwurf: Teichfischer (Maurermeister)
Bauherr: Gundlach

Das gründerzeitliche Mietshaus Erkelenzdamm 5 (1) wurde 1872-73 von Maurermeister Teichfischer auf einer noch freien Parzelle erbaut. Das Gebäude, das die östliche Raumkante des früheren Luisenstädtischen Kanals besetzt, unterscheidet sich in Grundform und Fassadengestaltung deutlich von den etwa ein Jahrzehnt älteren spätklassizistischen Mietshäusern. Das mit einem Vorgarten versehene Wohnhaus erhielt entsprechend seiner privilegierten Wohnlage am Luisenstädtischen Kanal eine repräsentative Straßenfront. Zugleich verfügt es über deutlich großzügiger geschnittene Wohnungen und einen gehobenen Ausstattungsstandard. Das Gebäude besteht aus einem viergeschossigen Vorderhaus und zwei Seitenflügeln, die einen engen Innenhof umschließen. Aufriss und Grundrisse sind spiegelsymmetrisch gestaltet. Ein reichhaltiger spätklassizistischer Stuckdekor überzieht die straßenseitige Fassade. Ein für die Luisenstadt seltenes bauliches Motiv sind die zwei über sämtliche Geschosse laufenden Erkervorbauten der äußeren Achsen, die den gestalterischen Anspruch des Mietshauses hervorheben. Ursprünglich trugen die Erker zudem einen eleganten schiefergedeckten Dachaufbau nach Art französischer Renaissancedächer. (2) Dem üppigen Fassadendekor entspricht der hohe Gestaltungsaufwand in der Durchfahrt und in der Ausstattung der Wohnungen. In den 1980er Jahren wurden die Grundrisse verändert und dabei die großen, früher bis in die Seitenflügel reichenden Wohnungen verkleinert. 2004-06 wurde das Haus umfassend saniert und das Dachgeschoss ausgebaut.


(1) Abbildung des Grundrisses in-Borgelt, Christiane/Ganssauge, Karin/Keckstein, Veronika: Mietshaus im Wandel. Wohnungen der behutsamen Stadterneuerung in der Luisenstadt. Eine Typologie, Berlin 1988, S. 51.

(2) Die Dachaufbauten waren ein später Reflex auf Gestaltungstendenzen im Berliner Villenbau der 1860er Jahre, der in Teilen deutlich von französischer Renaissancearchitektur inspiriert war. Die Dächer wurden 1950 entfernt.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 223