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Wohnhaus Möckernstraße 69

Obj.-Dok.-Nr.: 09030726
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Möckernstraße
Hausnummer: 69
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Datierung: 1873
Umbau: 1880
Entwurf: Caspar, August (Architekt)
Entwurf: Thimme, L.
Bauherr: Loose, L.

Bereits zehn Jahre früher entstand das Wohnhaus Möckernstraße 69, das der Baumeister August Caspar 1873 nach eigenem Entwurf errichtete. (1) Caspar setzte das Haus auf die nordöstliche Ecke seines umfangreichen, bis zur Kreuzbergstraße reichenden Grundstücks. Wie in der Villenkolonie Wilhelmshöhe, die seit 1871 auf der östlichen Seite des Kreuzbergs entstand, wurde es auch hier an die damals noch vorstädtisch wirkende Gegend angepasst. Gleichwohl führte August Caspar das Haus nicht als allseits freistehende Villa aus, sondern setzte den Bau unter Rücksichtnahme auf die abgesteckte Baufluchtlinie unmittelbar an die Blockkante. Zudem war das Haus zumindest mit der nördlichen Brandwand von Beginn an für eine geschlossene und damit typisch innerstädtische Bauweise vorbereitet.

Das zweigeschossige Wohnhaus wurde mit einer ebenso ebenmäßigen wie kraftvollen Putzgliederung versehen. Die sorgfältig detaillierten Schmuck- und Gliederungselemente, gefertigt in spätklassizistischen Formen, verleihen dem Gebäude ein repräsentatives Aussehen. Dabei setzt sich das rustizierte Erdgeschoss gegen das glatt verputzte Obergeschoss ab. Während die unteren Fenster in die Wandfläche einschneiden, erhielten die oberen Fenster eine stark profilierte Rahmung mit Segmentbögen. Ein weit vorkragendes Konsolgesims bildet den oberen Wandabschluss. Der Eingang in der Mitte der südlichen Seitenfront ist mit einem prachtvollen Säulenportal ausgestattet. An der Rückfront bildet der säulengestützte und großzügig verglaste Altan ein auffälliges, auf den Garten bezogenes Ausstattungselement. Mit seinen zehn Zimmern bot das Haus großbürgerlichen Wohnkomfort. Allerdings sind Raumstrukturen der Villa heute aufgrund mehrfacher Überformungen deutlich verändert. 1983 wurde die Villa zu einem Behindertenwohnheim umgebaut. Nahezu zeitgleich verschwand auch die hofseitig 1881 beziehungsweise 1895 erbaute Seifenfabrik, die einer dreigeschossigen Wohnanlage weichen musste.


(1) Dehio Berlin 2006, S. 316.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 386 f.