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Mietshaus Möckernstraße 67

Obj.-Dok.-Nr.: 09030725
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Möckernstraße
Hausnummer: 67
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1884-1885
Entwurf: Goetz, Julius (Maurermeister)

Das benachbarte Mietshaus Möckernstraße 67 zeigt beispielhaft, wie stark innerstädtische Grundstücke damals ausgenutzt und baulich verdichtet werden konnten. Anhand der enormen Höhenentwicklung von knapp 25 Metern und der geringen Hofgröße lässt sich sogleich ablesen, dass das Haus noch vor Verabschiedung der Bauordnung von 1887 ausgeführt wurde. Errichtet wurde das Haus 1884-85 von Maurermeister Julius Goetz, der auch Eigentümer war. Goetz legte das Gebäude siebengeschossig an, wobei allein das hoch aufragende Dachgeschoss nicht für Wohnzwecke genutzt werden sollte. Ungewöhnliche Grundrisse weisen Seitenflügel und Quergebäude auf. Beide Trakte wurden sehr tief und im Fall des Seitenflügels mit Mittelflurerschließung angelegt. Da sie jedoch ihr Licht nur von einer Seite erhalten, mussten Licht- und Luftschächte angelegt werden, um nicht zu viele fensterlose Räume entstehen zu lassen. An der Straßenseite besitzt das Mietshaus eine reich geschmückte Fassade im Neorenaissancestil, die geschickt darüber hinwegtäuscht, dass im Haus nur Klein- und Mittelwohnungen untergebracht waren. Während der Sockelbereich verputzt ist, erhielten die Obergeschosse eine Verkleidung aus roten Klinkern. Die äußeren Achsen sind risalitartig vor die Bauflucht gezogen und mit üppig ausstaffierten Erkern versehen. Neben den polygonal geformten Erkervorbauten bildet allerdings auch die mächtige Traufzone mit dem weit vorkragendem Kranzgesims einen besonderen Blickfang. Bemerkenswerterweise hat der Baumeister das Fassadengliederungsschema mit dem plastischen Putzauftrag im Sockelbereich und den roten Verblendziegeln in den Obergeschossen in leicht abgeschwächter Form auch auf die Hoffronten übertragen. Ein behutsamer Ausbau des Dachraums erfolgte 1992.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 385 f.