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Mietshaus Mehringdamm 75

Obj.-Dok.-Nr.: 09030717
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Mehringdamm
Hausnummer: 75
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1876
Umbau: 1895
Entwurf: Fröhlich, Emil (Bauunternehmer)
Bauherr: Fröhlich, Emil (Bauunternehmer)

Das Mietshaus Mehringdamm 75 ließ der Bauunternehmer Emil Fröhlich 1876 errichten. Ausgeführt wurde das Gebäude als Eckhaus hinter einer ausgedehnten Vorgartenzone, doch keine zwanzig Jahre nach seiner Fertigstellung wurde an seiner nördlichen Stirnseite das gleich hohe Mietshaus Mehringdamm 73 angebaut. Dadurch verlor das Haus seine Ecklage. Gleichwohl prägt der Bau mit seiner breiten spätklassizistischen Front noch heute den Stadtraum im Kreuzungsbereich von Mehringdamm und Bergmannstraße. Kennzeichen der Zeit ist die intensive Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Baugrunds. Die kleine Parzelle zwischen dem Mehringdamm und der Straße Am Tempelhofer Berg wurde mit Ausnahme des einstigen Vorgartens und eines kleinen Hofs vollständig bebaut. Die Schaufront zum Mehringdamm, die untergeordneten Fassaden der Seitenflügel sowie die noch sichtbaren Bestandteile der früheren Straßenfassade zur Bergmannstraße erhielten einen weitgehend identischen Aufbau. Dabei setzen sich die beiden unteren Geschosse mit den bossierten Putzflächen von den oberen Etagen mit ihrem Glattputz und den kräftig betonten Fensterrahmungen ab. Die Fassade am Mehringdamm ist symmetrisch gegliedert, wobei zwei Balkonachsen einen vertikalen Akzent setzen. Charakteristisch sind die nach oben abnehmenden Geschosshöhen, die mit den unterschiedlichen Fenstergrößen korrespondieren. Mit Ausnahme der Ladenzone im Erdgeschoss enthielten die Geschosse jeweils zwei komfortable Fünf-Zimmer-Wohnungen. Eine Besonderheit stellt das Treppenhaus dar, das entgegen der damals üblichen Anordnung quer zur Außenwand gestellt wurde und auch heute noch über seine bauzeitliche Ausstattung mitsamt der auffällig großzügig geschnittenen Fenster verfügt.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 402 f.