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Mietshaus Lausitzer Straße 33

Obj.-Dok.-Nr.: 09030713
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Lausitzer Straße
Hausnummer: 33
Denkmalart: Ensembleteil
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1886-1887
Entwurf: Lentz, Friedrich (Architekt)
Ausführung: Glaeser, H. (Maurermeister)
Bauherr: Streiber, Gustav (Rentier)

1862 wurde die Lausitzer Straße in den von James Hobrecht entworfenen Bebauungsplan aufgenommen. Eine verstärkte Bautätigkeit verzeichnete man hier jedoch erst in den 1870er Jahren, als der gründerzeitliche Bauboom auch die Quartiere zwischen Skalitzer Straße und Landwehrkanal erfasste. Die Mietshäuser Lausitzer Straße 18-23, 31-34, Reichenberger Straße 53 bilden eine Gebäudegruppe, die als beispielhaft für die Bauweise in der südöstlichen Luisenstadt im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gelten kann. Während fünfgeschossige Mietshäuser das Straßenbild bestimmen, sind die Hofbereiche mit Remisen, vor allem jedoch mit mehrgeschossigen Gewerbe- und Fabrikgebäuden besetzt. Innerhalb von zwanzig Jahren entstanden dicht bebaute, von Mischnutzung gekennzeichnete Baublöcke. Die teils sehr reich gestalteten Stuckfassaden der Mietshäuser stehen in auffallendem Kontrast zu den kleinen und schlicht ausgestatteten Wohnungen im Innern. Mit ihren flächigen spätklassizistischen Fassaden und dem schmalen Parzellenzuschnitt geben sich die Häuser Lausitzer Straße 18, 19 und 23 als die ältesten Gebäude des Ensembles zu erkennen. Sie wurden zwischen 1872 und 1874 erbaut. Je später die Mietshäuser errichtet wurden, umso aufwendiger und plastischer fiel der Bauschmuck aus. An den Häusern Lausitzer Straße 22A und 32 kann man erkennen, dass zunehmend Dekorformen der Neorenaissance und andere historisierende Schmuckelemente verwendet wurden. Hinzu kamen gegen Ende der 1880er Jahre auch Erker und Balkone. Beispiele hierfür sind die stattlichen Mietshäuser Lausitzer Straße 31 und 34, die beide 1888 auf vergleichsweise großzügig geschnittenen Grundstücken fertig gestellt wurden. Im Hof stehen mehrgeschossige Fabrikflügel. Die Architektur der Fabriktrakte mit dem nüchternen roten Sichtmauerwerk ist typisch für die frühen Etagenfabriken der "Kreuzberger Mischung".

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 287