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Mietshaus Köpenicker Straße 10

Obj.-Dok.-Nr.: 09030696
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Köpenicker Straße
Hausnummer: 10
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1886-1887
Entwurf & Ausführung: Noelte, Gustav A. (Maurermeister & Zimmermeister)
Bauherr: Noelte, G. A. (Maurermeister & Zimmermeister)

Nur wenige Meter nördlich erstellte der Maurer- und Zimmermeister Gustav A. Noelte während des Baubooms Ende der 1880er Jahre drei unmittelbar nebeneinandergelegene Mietshäuser großstädtischen Charakters. Im Gegensatz zu den beengten Wohnverhältnissen - die Häuser waren ausschließlich mit Klein- und Kleinstwohnungen ausgestattet - stehen die repräsentativen Schmuckfassaden der Vorderhäuser, die gestalterisch aufeinander bezogen sind. In ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild vermittelten sie einen authentischen Eindruck vom urbanen Gepräge des Quartiers am Ende des 19. Jahrhunderts.

Zuerst entstand 1886-87 in der Köpenicker Straße 10 anstelle eines älteren Wohngebäudes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ein sechsgeschossiges Mietshaus mit Seitenflügel, Quergebäude sowie Fabrik- und Speichergebäude. Sowohl die hohe bauliche Ausnutzung des Grundstücks als auch die Traufhöhe weisen darauf hin, dass das Gebäude noch nicht nach den Regeln der neuen Baupolizeiordnung von 1887 erstellt wurde, die unter anderem lediglich eine Fassadenhöhe von 22 Metern zuließ. Die straßenseitige Front zeigt üppige Neorenaissanceformen bei weitgehend spiegelsymmetrischem Aufbau. Ihr Erscheinungsbild ist wesentlich von dem Farb- und Materialwechsel von Klinker, Putz und Stuck geprägt. Charakteristisch ist das gegenüber den älteren spätklassizistischen Mietshäusern der 1860er und 1870er Jahre stärkere Fassadenrelief. So ist nicht allein der Bauschmuck plastischer geformt, man hat auch die äußeren Fensterachsen bis in die Dachzone risalitartig nach vorn gezogen. Zur Spree hin schließt die gleichfalls sechsgeschossige Etagenfabrik die Anlage als Querriegel ab. Der Bau sollte Handwerksbetriebe aufnehmen, wegen der Lage am Flussufer aber auch als Speichergebäude dienen. Die in Ziegelrohbauweise ausgeführte Etagenfabrik zeigt eine strenge, gleichförmige Fassadengliederung mit einem von Gesimsen und Lisenen ausgeformten Raster. Tief eingeschnittene Segmentbogenfenster belichten die kleinen Etagen, die ohne Trennwände, jedoch mit zwei mittig angeordneten Stützenreihen konstruiert wurden.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 252 f.