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Mietshaus Köpenicker Straße 9B

Obj.-Dok.-Nr.: 09030695
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Köpenicker Straße
Hausnummer: 9B
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1888-1899
Entwurf & Ausführung: Noelte, Gustav A. (Maurermeister & Zimmermeister)
Bauherr: Noelte, G. A. (Maurermeister & Zimmermeister)

Nur wenige Meter nördlich erstellte der Maurer- und Zimmermeister Gustav A. Noelte während des Baubooms Ende der 1880er Jahre drei unmittelbar nebeneinandergelegene Mietshäuser großstädtischen Charakters. Im Gegensatz zu den beengten Wohnverhältnissen - die Häuser waren ausschließlich mit Klein- und Kleinstwohnungen ausgestattet - stehen die repräsentativen Schmuckfassaden der Vorderhäuser, die gestalterisch aufeinander bezogen sind. In ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild vermittelten sie einen authentischen Eindruck vom urbanen Gepräge des Quartiers am Ende des 19. Jahrhunderts.

Zuerst entstand 1886-87 in der Köpenicker Straße 10 anstelle eines älteren Wohngebäudes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ein sechsgeschossiges Mietshaus mit Seitenflügel, Quergebäude sowie Fabrik- und Speichergebäude.

[...]Unmittelbar nach Fertigstellung des Hauses Köpenicker Straße 10 beantragte Gustav A. Noelte den Bau von zwei benachbarten Mietshäusern. Entwurf und Ausführung der zeitgleich 1888-89 aufgeführten Häuser Köpenicker Straße 9A und Köpenicker Straße 9B (Abb. 163, Liste Nr. 186, 187) gehen ebenfalls auf Noelte zurück. Die fünfgeschossigen Gebäude bilden eine symmetrische Doppelhausanlage mit gespiegeltem Grundriss. An die straßenseitigen Vorderhäuser schließen sich Seitenflügel und Quergebäude an, die ausschließlich Wohnungen aufnahmen. Zwecks besserer Belichtung wurden die Höfe zueinander orientiert und als großer Gemeinschaftshof ausgebildet. In gestalterischer Hinsicht folgen die straßenseitigen Fassaden dem benachbarten, wenige Jahre zuvor erstellten Muster der Köpenicker Straße 10. Im Vordergrund steht dabei auch hier der optisch deutlich ins Gewicht fallende Gegensatz von glatten, roten Klinkerflächen zu hellen Stuck- und Putzgliederungen. Dabei sind die reichhaltigen plastischen Dekorelemente von hoher Qualität. Ungeachtet der grundsätzlich identischen Anlage war eine gestalterische Differenzierung in zwei Einzelgebäude erwünscht. So erhielt das Haus Köpenicker Straße 9A eine gleichmäßig rhythmisierte, in Formen der Neorenaissance geschmückte Fassade, in die ausschließlich hochrechteckige Fenster eingelassen wurden. Im Gegensatz dazu verfügt die Straßenfront des Nachbargebäudes im Obergeschoss auch über rundbogige Fenster und neobarocke Schmuckelemente. Zudem zeigt die Fassade eine einseitige, risalitartige Betonung der äußeren linken Fensterachse.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 252-255