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Mietshaus & Fabrik & Stall Köpenicker Straße 8 & 8A & 8B

Obj.-Dok.-Nr.: 09030693
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Köpenicker Straße
Hausnummer: 8 & 8A & 8B
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus & Fabrik & Stall
Datierung: 1876-1877 & 1902 & 1905
Entwurf: Biebendt, Albert (Architekt)
Entwurf: Buggenhagen, August
Entwurf: Schultz und Co.
Bauherr: Berliner Dampfschifffahrtsgesellschaft

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Spreehof, Köpenicker Straße 8-8B, der aus einem straßenseitigen Mietshaus und zwei hofseitig angeordneten Stallgebäuden besteht. Das Wohngebäude wurde 1876-77 für die Berliner Dampfschifffahrtsgesellschaft errichtet. Entwurf und Ausführung übernahm die Firma Schultz & Co. Das Haus war ausschließlich mit Klein- und Kleinstwohnungen ausgestattet. Seine Grundform und die Etagengrundrisse, aber auch die Art seiner Fassadenverkleidung sind außergewöhnlich. Es besteht aus einem extrem langen, über 16 Achsen reichenden Vorderhausriegel, dem hofseitig rechts und links zwei L-förmige Gebäudeflügel symmetrisch angefügt wurden. Die Seitenflügel umschließen einen großen Mittelhof sowie zwei kleinere, zu den Nachbargrundstücken orientierte Höfe. Ungewöhnlich für den Mietshausbau der Zeit sind auch die an der Schnittstelle zwischen Vorderhaus und Seitenflügel angeordneten Schächte zur Belichtung der Treppenhäuser.

Für die Verkleidung der straßenseitigen Fassade wurde ein bis dahin selten erprobtes Material verwendet. Die Front wurde vom Sockel bis zur Dachaufkantung mit Rustikamauerwerk aus Zementformsteinen überzogen. Selbst die Gesimse, Rahmungen und Schmuckformen bestehen aus zementgebundenem Mörtel. Die flächige, spätklassizistische Fassade ist breit gelagert und spiegelsymmetrisch aufgebaut. In gleichmäßigem Rhythmus sind die Fensterachsen angeordnet. Horizontal gliedert sich die Front in drei Bereiche. Das markante, mit zahlreichen Kellerhälsen versehene Souterrain und das Hochparterre bilden den Sockel, auf dem vier Obergeschosse aufbauen, die durch ein Gesims in zwei Schichten getrennt werden. Dabei ist das erste Obergeschoss durch wenige, jedoch sehr geschickt eingesetzte Schmuckformen als Beletage charakterisiert. Auffälligste gestalterische Motive sind das mittig angelegte Rundbogenportal sowie das weit vorkragende Hauptgesims. Nach Planungen von Albert Biebendt und August Buggenhagen erfolgte 1902-05 die Errichtung eines Mörtelwerks auf dem hinteren, zur Spree gelegenen Teil des Grundstücks. Erhalten hat sich nur das ehemalige Stallgebäude, während Kesselhaus, Kalkschuppen, Kalkgruben, Schmiede und Comptoir nicht mehr vorhanden sind.

Literatur:
  • Dyckerhoff, Eugen, Über Betonbauten =Deutsche Bauzeitung 22 (1888) / Seite 242ff.
  • Dyckerhoff, Eugen, Über Betonbauten =Deutsche Bauzeitung 30 (1896) / Seite 157f.
  • BusB I/II 1877 / Seite 261
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 252