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Mietshaus Großbeerenstraße 13A

Obj.-Dok.-Nr.: 09030685
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Großbeerenstraße
Hausnummer: 13A
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1876-1877
Umbau: 1993
Entwurf & Ausführung: Herold, Heinrich Albert (Maurermeister)
Bauherr: Herold, Heinrich Albert

Den gutbürgerlichen Charakter des Viertels repräsentieren auch die Mietshäuser Großbeerenstraße 13A und Großbeerenstraße 14 mit ihren reichhaltig dekorierten Fassaden. Die Bauten wurden zwischen 1875 und 1877 von Maurermeister Albert Herold ausgeführt, der zugleich der Bauherr war. Da die Häuser ihre Errichtung in erster Linie der Bauspekulation verdanken, blieben sie nicht lange in der Hand des Erstbesitzers. Bereits wenige Jahre nach Fertigstellung wurden sie gewinnbringend weiterveräußert. Beide Wohnhäuser zeichnen sich durch eine "Maurermeisterarchitektur" gehobenen Standards aus. Von der Grundrissdisposition sind die Bauten ähnlich, aber nicht vollkommen identisch. Sie bilden eine Hofgemeinschaft, was nicht nur der Belichtung und Belüftung zugute kommt, sondern sich auch vorteilhaft auf Raumwirkung und Wohnqualität auswirkt. In den Vorderhäusern war jede Etage ursprünglich nur mit einer bis in die Seitenflügel reichenden Großwohnung samt Bad und Küche ausgestattet. Für die Pferde standen kleine Stallungen bereit. Die Ausstattung der Wohnungen, darunter Türen, Terrazzoböden und Stuckdecken, ist von gediegener Qualität, aber auch die Durchfahrten und Haupttreppenhäuser hinterlassen mit ihrem aufwendigen Stuckdekor und den Wandmalereien einen vornehmen Eindruck. Die Bauten grenzen sich durch ihre reiche Fassadengestaltung von den eher zurückhaltend dekorierten spätklassizistischen Mietshäusern des Straßenzugs ab. Um im Stadtraum die gewünschte repräsentative Wirkung zu erzielen, bediente man sich kräftig profilierter Stuckaturen in Neorenaissanceformen. Die Häuser erhielten eine reichhaltig geschmückte Kranzgesimszone und aufwendig gestaltete Fensterrahmungen und Verdachungen. Die ersten Obergeschosse wurden als Beletage ausgebildet. Die Straßenfronten, die sich nahtlos in die geschlossene Blockrandbebauung einreihen, sind ungeachtet allen Schmuckaufwands flächig, denn sie verfügen über keine größeren Vor- und Rücksprünge, Erker, Loggien oder Risalite. Lediglich ein Balkon tritt im ersten Obergeschoss der Großbeerenstraße 13A als Zeichen gehobener Wohnkultur vor die Fassadenflucht. Dachausbau und denkmalgerechte Fassadensanierung wurden in der Großbeerenstraße 13A 1999 und in der Großbeerenstraße 14 2006-07 durchgeführt.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 364 f.