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Wohngebäude Görlitzer Straße 74

Obj.-Dok.-Nr.: 09030679
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Görlitzer Straße
Hausnummer: 74
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohngebäude
Datierung: 1873-1874
Entwurf: Milanoski, T. (Baumeister)
Ausführung: Wakcynski (Maurermeister)
Bauherr: Berlin-Görlitzer-Eisenbahn-Gesellschaft

Von dem nach Plänen des Baumeisters T. Milanoski 1873-74 errichteten prunkvollen Directorial-Wohngebäude der Berlin-Görlitzer-Eisenbahn ist nur noch der Trakt in der Görlitzer Straße 74 erhalten. Ursprünglich füllte es die gesamte Ecke zur Skalitzer Straße aus und schloss an das Wohnhaus Skalitzer Straße 49-50 an. Der Zwischenbau mit der eigentlichen Hauptschauseite ist verschwunden. Das Wohnhaus diente den leitenden Beamten des Bahnunternehmens als vornehme Unterkunft. Selbst nach erheblicher Reduzierung und Überformung, dem Verlust der prachtvollen westlichen Schaufront und der nur vereinfacht ausgeführten Wiederherstellung der noch bestehenden straßenseitigen Fassade in der Görlitzer Straße ist die ursprüngliche Würde und Eleganz des Gebäudes noch spürbar. Milanoski führte das Direktorenwohnhaus als verputzten, in üppigen Renaissanceformen dekorierten Mauerwerksbau aus. Die vormals reichlich vorhandenen Schmuckformen und der kraftvoll ausgearbeitete Bossenputz lassen sich noch heute gut an der rückwärtigen Front - und hier insbesondere an dem vorgewölbten runden Treppenturm - beobachten. Das gestalterisch hervorgehobene Piano nobile und der reich gestaltete Verandenvorbau an der südlichen Giebelseite unterstreichen die gehobene Wohnqualität und das noble Erscheinungsbild des Gebäudes. Der hohe gestalterische Anspruch setzt sich in der herrschaftlichen Anlage der Grundrisse und der opulenten Ausstattung der Innenräume fort. So besitzt das großzügig proportionierte Treppenhaus kostbare Stuckaturen und aufwendig detaillierte Geländer, deren Ornamentfüllungen von hoher Schmiedekunst zeugen. Auf die von Beginn an bestehende Möglichkeit zur Beheizung des Treppenhauses verweisen noch heute als seltenes Ausstattungselement die im Boden und in den Wänden eingelassenen Heizungsroste und -gitter. Das Haus wurde 1979-81 instand gesetzt und modernisiert. Ein nach außen wenig sichtbarer Dachraumausbau erfolgte 1989-91.

Literatur:
  • Hoffmann-Axthelm, Baufluchten, Berlin 1987 / Seite 81ff., 96ff.
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 280 f.