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Mietshaus & Gewerbehof Glogauer Straße 21

Obj.-Dok.-Nr.: 09030677
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Glogauer Straße
Hausnummer: 21
Denkmalart: Ensembleteil
Sachbegriff: Mietshaus & Gewerbehof
Datierung: 1900-1901
Umbau: 1956
Entwurf & Ausführung: Dargatz, Franz (Maurermeister & Zimmermeister)
Bauherr: Dargatz, Franz (Maurermeister & Zimmermeister)

Die am östlichen Ende des Stadtviertels gelegene Glogauer Straße wurde erst um 1900 bebaut. Damals entstanden auch hier fünfgeschossige Mietshäuser mit Seitenflügeln. In der Glogauer Straße 13-17A, 19-22, Paul-Lincke-Ufer 4, in unmittelbarer Nähe zum Landwehrkanal befindet sich ein aus Mietshäusern und Gewerbehöfen, Schule und Kirche bestehendes Ensemble, an dem man beispielhaft die für die Luisenstadt kennzeichnende Mischung aus Wohnen, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen nachvollziehen kann. Älteste Bestandteile des Ensembles sind Lehrerwohnhaus und Turnhalle der 1898-99 erbauten 219. und 232. Gemeindeschule in der Glogauer Straße 13, 16. Die an den Blockrand gesetzten Gebäude, entworfen von Ludwig Hoffmann, prägen den Straßenraum ebenso wie das gegenüberliegende Pfarrhaus der Martha-Kirche. Die evangelische Kirche wurde 1902-03 nur wenige Jahre nach der Schule von August Dinklage und Ernst Paulus errichtet. Um den Sakralbau zur Straße hin gebührend zur Geltung zu bringen, wurde das deutlich später errichtete Pfarrhaus mit einer aufwendigen Fassade in rotem Sichtmauerwerk und zwei Turmaufbauten versehen.

Typische Gewerbehofanlagen stehen in der Glogauer Straße 19A-B und 21. Die Bauten entstanden 1900-05 nach Entwürfen von Franz Dargatz und Paul Ueberholz. Kennzeichnend sind dabei die an der Blockkante stehenden Wohngebäude, an die sich hofseitig die Fabriktrakte schließen. Die Gewerbeeinheiten wurden jedoch nicht, wie damals oft üblich, für die freie Vermietung, sondern für die Beleuchtungsfabrik Franz R. Conrad errichtet. Mit ihren weitgehend zu Pfeilern und Brüstungsflächen aufgelösten Wandflächen, den großen Sprossenfenstern und der Fassadenverblendung in hellen Klinkern und keramischen Platten belegen die Höfe bereits die letzte Entwicklungsstufe der Berliner Gewerbehofarchitektur.

Das Mietshaus Glogauer Straße 17-17A bildet den feierlich inszenierten südlichen Abschluss des Straßenzugs. Das in reichhaltigen Jugendstilformen angelegte Eckhaus entstand 1903 nach Entwurf von Paul Ueberholz und Kurt Berndt. Ein gleich ausgeführtes Haus stand bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Mit ihren turmartigen Aufbauten bildeten beide Häuser eine repräsentative stadttorartige Eingangssituation.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 291 f.