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11. Realschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09030647
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Böckhstraße
Hausnummer: 10
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Standesamt
Datierung: 1895
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Entwurf: Frobenius, Karl (Architekt)
Bauherr: Magistrat Berlin & IV. Stadtbauinspektion

Die 11. Realschule, heute Lemgo-Grundschule, ist in der Böckhstraße 10 in das dicht bebaute Quartier eingefügt. (1) 1895 ausgeführt, war sie eine der letzten Schulen, die noch unter Aufsicht von Stadtbaurat Hermann Blankenstein entstanden ist. Die Ausführungsplanung übernahm Stadtbauinspektor Karl Frobenius. Wie seinerzeit üblich hat man die Anlage in räumlich klar voneinander getrennte Funktionseinheiten gegliedert. Dabei wurde das in der Blockinnenfläche liegende Grundstück bestens ausgenutzt. Alle Einzeltrakte sind als massive Mauerwerksbauten ausgeführt und mit roten Klinkern verblendet. Gliedernde und schmückende Elemente orientieren sich an der märkischen Backsteingotik. An die spätmittelalterliche Baukunst sollen Treppengiebel und Ornamentfriese, aber auch Putzblenden und waagerechte Bänder aus schwarz glasierten Ziegeln erinnern. Das dreigeschossige Lehrerwohnhaus gliedert sich in der Böckhstraße in den geschlossenen Blockrand ein, erreicht aber nicht die Traufhöhe der umgebenden Mietshäuser. Die Straßenfassade zeigt die für nahezu alle Blankensteinbauten kennzeichnende klare Gliederung und Genauigkeit in der Ausführung aller baulichen Details. Durch ihren asymmetrischen Aufriss und die gotisierenden Elemente setzt sich die Front jedoch von dem bis dahin üblichen Schema ab. Das auffälligste Architekturmotiv ist die prachtvoll gerahmte Loggia im zweiten Obergeschoss, die zusammen mit dem gaubenbestückten Dach dem Haus ein individuelles Antlitz verleiht. Hofseitig schließt sich als Seitenflügel ein viergeschossiger Klassentrakt an. Das eigentliche Hauptgebäude steht getrennt davon im Blockinnenbereich. Der viergeschossige Bau erhebt sich auf C-förmigem Grundriss. Seine Fassaden wurden ähnlich wie die Straßenfront des Lehrerwohnhauses gestaltet. Die tonnengewölbte Aula im Innern hat noch ihre reichhaltige ursprüngliche Ausstattung. Die Turnhalle, die den Schulstandort ursprünglich komplettierte, wurde 1983-85 durch einen Neubau von Wolf-Rüdiger Borchardt ersetzt.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 309-311; BusB V C, S. 352.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 310-311
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 324 f.