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Mietshaus Bergmannstraße 9

Obj.-Dok.-Nr.: 09030462
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Bergmannstraße
Hausnummer: 9
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1882
Entwurf: Kaschke, Friedrich (Zimmermeister)
Bauherr: Leupold

Der Mietshausbestand des Chamissokiezes umfasst auch einige Doppelhäuser, so in der Bergmannstraße 8 und 9. Die zeitgleich ausgeführten Häuser unterscheiden sich nur in den schmückenden Details, während Grund- und Aufrisse nahezu identisch sind. Das Motiv für den Bau von Doppelhäusern ist vor allem darin zu suchen, dass auf diese Weise Planungs- und Ausführungskosten gespart werden konnten. Während das Mietshaus Bergmannstraße 8 1881 von Zimmermeister R. Hosemann errichtet wurde, fügte Zimmermeister Friedrich Kaschke 1882 das Mietshaus Bergmannstraße 9. an. Im Hinblick auf Ausstattung und Gestaltung stehen die Gebäude erkennbar über dem im Chamissokiez üblichen kleinbürgerlichen Standard, erreichen indessen aber auch keinen herrschaftlichen Rang. Die beiden aufeinander bezogenen Straßenfronten werden von einem reichen, stark plastischen Stuckdekor in Neorenaissanceformen überzogen. Sie sind streng symmetrisch gestaltet, was einen stattlichen Eindruck hinterlässt. Besonders ins Auge fallen die hohe Rustikagliederung, die geschossübergreifenden Erker und die enorm hohen Drempel mit dem mächtigen Kranzgesims. Die Balkone der Bergmannstraße 8 verfügen zudem über kunstvoll gearbeitete Eisengitter. Den Vorderhäusern sind auf der Rückseite in spiegelbildlicher Anordnung jeweils zwei Seitenflügel angegliedert, die einen schmalen Hof umschließen. Die räumliche Enge macht deutlich, dass die Häuser noch auf der Grundlage der Bauordnung von 1853 errichtet wurden, die eine erhebliche bauliche Verdichtung der Grundstücke erlaubte. Abgesehen von der Ladenzeile des Erdgeschosses befanden sich ursprünglich auf jeder Etage zwei bis in die Seitenflügel reichende Vier-Zimmer-Wohnungen, die allerdings 1933 in kleinere Einheiten aufgeteilt wurden. An den Enden der Seitenflügel waren kleinere Wohnungen untergebracht, die aus Stube, Kammer und Küche bestanden. Die Häuser wurden 1995 saniert.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 410