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Umspannwerk Christiania

Obj.-Dok.-Nr.: 09030452
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Osloer Straße
Hausnummer: 16 & 17
Strasse: Prinzenallee
Hausnummer: 71
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: E-Werk
Datierung: 1928
Entwurf: Müller, Hans Heinrich (Architekt)
Ausführung: Thyssen & Konrad Schwarz GmbH (Baufirma)
Bauherr: Berliner Elektrizitätswerke AG

An der Ecke Osloer Straße 16-17 und Prinzenallee 71 fällt ein markantes Gebäude aus dunkelroten Klinkern auf. Das Abspannwerk Christiania, das aus einem turmartigen Eckbau und einem westlich anschließenden Büro- und Wohngebäude besteht, wurde 1928-29 errichtet, um die Stromverteilung in der Großstadt zu verbessern. (1) Ausgangspunkt war der Beschluss der Berliner Städtische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft (BEWAG), über die bisherige Netzspannung von 6 kV eine Verteilungsspannung von 30 kV zu legen. Hans Müller, der Architekt der BEWAG, leitete ein umfassendes Bauprogramm, nach dem in ganz Berlin Abspannwerke und Netzstationen errichtet wurden, die den Strom in eine niedere Spannung umzuwandeln und im Absatzgebiet zu verteilen hatten. (2) Das Abspannwerk Christiania ist ein eigenwilliges Gebäude. Der Eckturm besteht aus gotisierenden Bündelpfeilern, die ohne Sockel über dem Boden aufwachsen, und schmalen, außerordentlich hohen Fensterbahnen, die mit einem Spitzbogen in das vorkragende Kranzgesims einschneiden. Der straffe, steile Aufbau, der an gotische Maßwerkfenster erinnert, lässt gebündelte Energie erahnen. Auf sechs Geschossen waren Transformatoren und Sammelschienen angeordnet. Beachtung verdient das dreieckige Treppenhaus, das noch das alte, elegant geschwungene Geländer besitzt. Für das Netzbüro der BEWAG erbaute Hans Müller ein kubisches, sachlich und einfach gestaltetes Gebäude, das sich mit nur vier Geschossen dem höheren Eckturm unterordnet. Das Abspannwerk Christiania wurde 1977 in ein Bürogebäude umgebaut.


(1) Schwarz 1984, Bd. 3, S. 45; Kahlfeldt 1992, S. 109, 114-115, Dehio Berlin 2000, S. 480.

(2) Kahlfeldt 1992, S. 42-48.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 147