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Stromversorgungsstützpunkt Zeppelin

Obj.-Dok.-Nr.: 09030451
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Wedding
Strasse: Brüsseler Straße
Hausnummer: 32
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: E-Werk
Datierung: 1928
Entwurf: Müller, Hans Heinrich (Architekt)
Ausführung: Berra (Baugesellschaft)
Bauherr: Berliner Elektrizitätswerke AG

Der 1928 erbaute Stützpunkt Zeppelin in der Brüsseler Straße 32 gehört zu den Stromversorgungseinrichtungen, die Hans Müller in den 1920er Jahren für die Berliner Städtische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft (BEWAG) entwarf. (1) Die Stützpunkte, die den größeren 30/6 kV-Abspannwerken nachgeordnet waren, hatten die Aufgabe, den Strom mit 6 kV an die Netz- und Transformatorenstationen des Absatzgebiets zu verteilen. Hans Müller brachte die technischen Geräte wie Ölschalter und Sammelschienen in einem blockhaften Gebäude unter, das sich mit fünf Geschossen und gleichmäßig aufgereihten Fenstern in die Mietshausbebauung der Brüsseler Straße einordnet. Außen ist der Stahlskelettbau mit roten Klinkern verkleidet. Die abgestuften Wandschichten sorgen für einen raffinierten Fassadenaufbau. Das Mauerwerk springt geschossweise um einen halben Stein zurück. Damit ergibt sich eine gestaffelte Kontur, die im gestuften Traufgesims ihren Abschluss findet. Die seitlichen Achsen wurden durch etwas breitere Fenster betont. Die technische Bestimmung des Gebäudes erschließt sich nur, wenn man die Rückseite betrachtet. Dort ordnete Müller das Treppenhaus und einen Aufzugsschacht an. Die beiden Erschließungsachsen werden durch Mauerpfeiler und schmale, lange Fensterbahnen vertikal gegliedert. Im zurückgesetzten mittleren Bereich sind offene stählerne Galerien zu sehen. Der Stützpunkt benötigte keine Aufenthalts- und Sozialräume, weil sich die Schalter ferngesteuert betätigen ließen. 1984 ging der Stützpunkt Zeppelin vom Netz. Nach einem behutsamen Umbau 1999-2001 wird das Haus als Wohn- und Ateliergebäude genutzt.


(1) Kahlfeldt 1992, S. 109, 116-117; Ballhausen, Nils: Wohnversorgung statt Stromversorgung. 6-kV-Stützpunkt der Bewag in Berlin-Wedding. in: Bauwelt 92 (2001), Heft 42/43, S. 34-37.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 206