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S-Bahnhof Humboldthain

Obj.-Dok.-Nr.: 09030444
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Wiesenstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (S) & Bahnsteig & Böschungsmauer
Datierung: 1934-1935
Entwurf: Brademann, Richard (Architekt)
Bauherr: Deutsche Reichsbahn

Die 1934-38 ausgebaute Nord-Süd-S-Bahn verlässt auf dem Gelände des einstigen Stettiner Bahnhofs ihre unterirdische Tunnelstrecke, nutzt dann bis zum Bahnhof Gesundbrunnen die Gleise der Berlin-Stettiner Eisenbahn, um schließlich über die Gleise der Nordbahn die Endstation Oranienburg zu erreichen. Für die neue S-Bahn-Linie baute Richard Brademann, der Architekt der Berliner Reichsbahndirektion, 1934-35 den S-Bahnhof Humboldthain, der mit einem Mittelbahnsteig im Einschnitt nordwestlich des Humboldthains liegt. (1) Die überzeugende künstlerische Gestaltung des Bahnhofs ist der sachlichen, funktionalen Bauweise der 1920er Jahre verhaftet. Die Bauten Brademanns zeichnen sich durch eine strenge, klare, auf die technischen Erfordernisse des Verkehrs reduzierte Formensprache aus. An der Wiesenstraße, Ecke Hochstraße, erhebt sich ein Empfangsgebäude auf einem siebenseitigen Grundriss. Der Außenbau, einst verkleidet mit roten Klinkern, schließt in einem leicht überstehenden Flachdach. Die siebenseitige Schalterhalle erinnert mit ihren querliegenden Oberlichtern und der Keramikverkleidung, die hier aus gelblichen Fliesen besteht, an das von Alfred Grenander geschaffene Empfangsgebäude des U-Bahnhofs Gesundbrunnen. Für den S-Bahnhof Bornholmer Straße entwarf Brademann eine ganz ähnliche Schalterhalle. Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Empfangsgebäude außen verputzt. An der zum Bahnsteig führenden überdachten Brücke ist die Klinkerverkleidung noch erhalten. Sprossenfenster belichten den Übergang und die anschließende Treppe, die sich außen durch gestufte Flachdächer abzeichnet. Genietete Stahlstützen tragen das Bahnsteigdach. Die Böschungsmauern der Bahntrasse sind beeindruckende Ingenieurbauwerke. Die Hochstraße wird von einer langen Arkadenreihe gestützt, die bereits 1895 beim Ausbau der Berlin-Stettiner Eisenbahn entstand. Am Anstieg des Humboldthains wurde 1935 eine getreppte Böschungsmauer geschaffen.


(1) Zur Betriebseröffnung des Bahnhofs Humboldthain am 31. Januar 1935. in: Die Reichsbahn 11 (1935), S. 199; Krug: Die architektonische Ausgestaltung der Bahnhöfe der Nordsüd-S-Bahn. in: Verkehrstechnische Woche 30 (1936), S. 428-429; BusB X B (2), S. 72, 179-180; Dost 2002, S. 164-166.

Literatur:
  • BusB X B 2 1984 / Seite 72
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 115f.