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Schering AG, Laborgebäude (S 105/106)

Obj.-Dok.-Nr.: 09030432
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Wedding
Strasse: Sellerstraße
Hausnummer: 1
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Laboratorium & Forschungseinrichtung
Datierung: 1958-1961 & 1964-1967
Entwurf: Rausendorff, Heinz
Ausführung: Philipp Holzmann AG
Bauherr: Schering AG

In der Nachkriegszeit konzentrierte die Schering AG ihre Forschungsabteilungen an der Sellerstraße 1. Das 1958-61 ausgeführte Laborgebäude (S 105), entworfen von R. Raussendorff, ist mit seiner strengen Rasterfassade ein anschauliches Beispiel für die moderne Architektur der 1950er Jahre. Der achtgeschossige Stahlbetonbau steht senkrecht zur Straße. Das Betonraster rahmt quadratische Felder, die über der Fensterbrüstung vollständig verglast sind. Für eine lebendige Ausstrahlung sorgen die Brüstungsflächen, die mit dunkel- und hellblauen Keramikplatten mosaikartig verkleidet sind. Das 1964-67 erbaute zweite Laborgebäude (S 106), das sich im rechten Winkel anschließt, besitzt eine moderne Vorhangfassade. Die Rasterbauweise, die man in den 1950er Jahren bevorzugt hatte, wurde nicht mehr angewandt. Architekt R. Raussendorff ließ das Treppenhaus und das oberste Stockwerk, das technischen Einrichtungen vorbehalten ist, großzügig verglasen. Die gleichmäßig aufgereihten Fenster wechseln mit Backsteinflächen. Ein avantgardistisches Motiv sind die auskragenden Metallroste, die als Markisen den Sonnenschutz verbessern und als leichte, filigrane Fassadenelemente die Schauseite horizontal gliedern. Die Schering AG entwickelte für das Laborgebäude einen besonderen Grundriss, der die Anforderungen der chemischen Forschung berücksichtigt. Die Räume werden über einen Mittelflur erschlossen. Zwischen den Eingängen zu den Labors sind Kammern angeordnet, in denen Chemikalien feuersicher aufbewahrt werden können.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2003 / Seite 192