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Pferdeomnibus-Betriebshof der ABOAG

Obj.-Dok.-Nr.: 09030427
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Schwedenstraße
Hausnummer: 14 & 15
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Betriebshof
Datierung: 1907-1908
Entwurf: Ahrens, Franz (Architekt)
Ausführung: Berliner Terrain- und Bau AG
Bauherr: Allgemeine Berliner Omnibus AG (ABOAG)

Der Pferdeomnibus-Betriebshof in der Schwedenstraße 14-15 ist ein anschauliches Dokument der Verkehrsgeschichte des alten Berlin. (1) Der Etagenpferdestall erinnert an den 1865 in Betrieb genommenen pferdegetriebenen Omnibusverkehr, der vor der Erfindung des Elektro- oder Benzinmotors eine große Bedeutung für die Erschließung des Berliner Stadtgebiets besaß. Pferdeomnibusse bestimmten bis zur Jahrhundertwende das Bild zahlreicher Straßen. Für die Allgemeine Berliner Omnibus-Actien-Gesellschaft (ABOAG) errichtete Franz Ahrens 1907-08 ein fünfgeschossiges Wohnhaus an der Schwedenstraße (2) und den anschließenden Betriebshof, der über eine Durchfahrt zu erreichen ist. Obwohl die ABOAG damals motorgetriebene Omnibusse einführte, wurden mehrere Strecken zwischen der Innenstadt und den Vororten noch immer mit Pferden betrieben. Der Betriebshof, der die Omnibusse der nördlichen Linien versorgte, erhielt daher einen dreistöckigen Etagenstall. Der Bautyp wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelt, um im dicht bebauten Stadtgebiet Pferde platzsparend unterzubringen. (3) Dem schlichten, funktional angelegten Backsteingebäude sind eiserne Galerien vorgelegt. Im Erdgeschoss wurden die Wagen eingestellt, das erste Obergeschoss diente als Pferdestall, während im zweiten Stockwerk die Futterböden lagen. Doppelte Flügeltüren mit Oberlicht verschließen die Ställe. Die nach oben führenden Rampen blieben nicht erhalten. Der Betriebshof musste nach wenigen Jahren wieder schließen, denn die ABOAG stellte den Pferdebetrieb 1923 vollständig ein. Das einstige Pferdedepot wird seither von Gewerbetrieben genutzt.


1) Bilder zur Geschichte der Allgemeinen Berliner Omnibus-Aktien-Gesellschaft. Zur Feier des 60jährigen Bestehens am 25. Juni 1928 [Umschlagtitel: ABOAG 1868-1928]. Berlin 1928, S. 19, 35; BusB X B (1), S. 270; Schwarz 1984, Bd. 3, S. 43; Albert-Hermann, Karen: Schwedenstraße 14-15: Vom Pferdedepot zur Wurstfabrik. in: Jahrbuch 1987. Hrsg. vom Weddinger Heimatverein. Berlin 1987, S. 76-77; Verloren - gefährdet - geschützt. Baudenkmale in Berlin. Hrsg. v. Norbert Huse. Berlin 1988, S. 190-191.

2) Das Gebäude hat seinen historisierenden Dekor verloren und ist daher nicht denkmalgeschützt.

3) BusB 1896, Bd. 1, S. 181-183.

Literatur:
  • Verloren - gefährdet - geschützt, Berlin 1988 / Seite 190f.
  • Albert-Hermann, Karen, Schwedenstraße 14-15. Vom Pferdebahnhof zur Wurstfabrik =Weddinger Jahrbuch 2 (1986) / Seite 76f.
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 168