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Kaiser-Wilhelm-und-Kaiserin-Augusta-Stiftung

Obj.-Dok.-Nr.: 09030424
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Schulstraße
Hausnummer: 98
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Heim
Datierung: 1880-1882
Umbau: 1887
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Entwurf: Erdmann (Architekt)
Bauherr: Städtische Bauinspektion I

Die Altersversorgungsanstalt der Kaiser-Wilhelm- und Kaiserin-Augusta-Stiftung, die 1879 von der Stadtgemeinde Berlin gegründet wurde, ließ sich als erste soziale Einrichtung am nördlichen Stadtrand nieder. Die städtischen Architekten Hermann Blankenstein und Gustav Erdmann errichteten an der Schulstraße 98 eine Dreiflügelanlage, mit Gartenhof. (1) Der Haupttrakt mit Betsaal, erbaut 1880-82, wurde 1886-87 um zwei freistehende Seitengebäude erweitert. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg steht nur noch das linke Seitengebäude, dessen spätklassizistische Bauweise unverkennbar auf Stadtbaurat Hermann Blankenstein verweist. Mit der blockhaften Grundform, der Backsteinverkleidung, dem materialgerechten Dekor aus Terrakotta und den einfach aufgereihten Segmentbogenfenstern ähnelt das Altersheim den Gemeindeschule Blankensteins. Sockel und Gesimse, die aus rotem Backstein bestehen, gliedern die hellgelben Wandflächen. Der Kopfbau an der Schulstraße wurde zusätzlich mit Terrakotten geschmückt. Das mächtige Hauptgesims ist von Akroterien bekrönt. Als vorbildliche öffentliche Einrichtung versorgte das Altersheim unentgeltlich rund zweihundert bedürftige Menschen. Der 1906-07 von Ludwig Hoffmann und Georg Matzdorff errichtete Erweiterungsbau der Kaiser-Wilhelm- und Kaiserin-Augusta-Stiftung an der Reinickendorfer Straße wurde 1945 zerstört. Von dem mächtigen neubarocken Gebäude blieb nur das Hauptportal erhalten.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 476-477; Schwarz 1984, Bd. 3, S. 85.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 170