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Brauerei Groterjan

Obj.-Dok.-Nr.: 09030418
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Prinzenallee
Hausnummer: 78 & 79
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bürogebäude & Brauerei & Gewerbebau
Entwurf: 1927
Datierung: 1928-1929
Entwurf: Buch, Carl-Emil Bruno (Architekt)
Bauherr: Groterjan Brauerei

Die an der Prinzenallee 78-79 ansässige Groterjan-Brauerei war Berlins größte Brauerei für Malzbier. Der renommierte, im Industriebau beschäftigte Architekt Bruno Buch erweiterte die älteren Brauereianlagen 1928-30 um einen Verwaltungstrakt an der Prinzenallee und ein hofseitiges Flaschenbierabfüllgebäude mit Lager- und Versandräumen. (1) Die Bauten zeichnen sich durch eine moderne, sachliche, durch expressive Motive belebte Architektursprache aus. Das sechsgeschossige, die Mietshausreihe fortsetzende Hauptgebäude erhielt eine horizontal geordnete, mit farbigen Klinkern verblendete Straßenfassade. Die drei mittleren Geschosse aus ockergelben Verblendziegeln werden von einer profilierten Rahmung aus Ecklisenen und Kranzgesims eingefasst. Über dem attikaähnlich gebildeten Stockwerk folgt ein zurückgesetztes Dachgeschoss. (2) Die Gesimse bestehen ebenso wie das Erdgeschoss aus braunen Klinkern. Die breite Einfahrt zur Brauerei ist durch eine expressive Verdachung mit vertikal nach oben laufenden Mauerstreifen betont. An der seitlichen Wand sieht man das alte Firmensignet. An der weniger aufwendig gestalteten Hofseite ordnete Bruno Buch einen markanten Treppenturm mit vertikal durchlaufenden Fensterbahnen an, der den Verwaltungstrakt überragt. Es schließt sich das langgestreckte, niedrige Flaschenbierabfüllgebäude an. Die gleichmäßig aufgereihten Tore, das ausladende Vordach und das Fensterband des Obergeschosses bilden eine streng horizontal gegliederte Fassade. Fachwerkbinder überspannen stützenfrei den Bierabfüllraum. An der Travemünder Straße errichtete Bruno Buch ein bemerkenswertes Stall- und Garagengebäude mit vorgelegten Rampen, das aber nicht erhalten blieb. Es wurde zusammen mit Gärkeller, Kessel- und Sudhaus abgerissen, nachdem man in den 1960er Jahren den Brauereibetrieb einstellen musste. Die verbliebenen Gebäude wurden 1983-84 für eine neue industrielle Nutzung restauriert und umgebaut.


(1) Möbius, Martin Richard: Bruno Buch. Industriearchitekt B. D. A. Berlin-Leipzig-Wien 1929, S. XI-XII, Tafeln 19-20, 23; Bruno Buch - Industriearchitekt BDA, Berlin. in: Bauwelt 22 (1931), Heft 2, Beilage, S. 7-13; Mathes 1935, S. 73; BusB IX, S. 102; Paape, Angelika: Bruno Buch. Industrie-Architekt. Hrsg. vom Landeskonservator von Berlin. Berlin [1984]; Hildebrandt/Lemburg/Wewel 1988, S. 104-105; Dehio Berlin 2000, S. 479.

(2) Im Erdgeschoss mit der Durchfahrt waren Kasse und technische Betriebsleitung untergebracht. Das zweite Geschoss wurde in Verbindung mit der benachbarten Flaschenbierabfüllerei betriebstechnisch genutzt. Im dritten und vierten Stockwerk folgten Direktion, Buchhaltung und andere Verwaltungsräume. Das fünfte Stockwerk enthielt Wohnungen. Das zurückgesetzte Dachgeschoss wurde als Registratur und Lager genutzt.

Literatur:
  • Bruno Buch (Reihe Neue Werkkunst), Berlin-Leipzig-Wien 1929 / Seite XIf.
  • Bauwelt 22 (1931) / Seite 7-13
  • BusB IX 1971 / Seite 102
  • 100 Berliner Bauten der Weimarer Republik, 1977 / Seite ..
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 135
  • Bruno Buch/ Industriearchitektur, bearb. von A. Paape, hrsg. von SenStadtUm, H. Engel, Berlin o.J. (1988)