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Kapelle und Grabstätten auf dem Sophienkirchhof III

Obj.-Dok.-Nr.: 09030371,T
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Freienwalder Straße
Hausnummer: 19B
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Friedhofskapelle
Datierung: 1877-1878
Entwurf: Erdmann (Architekt)

An den St. Elisabeth-Kirchhof II schließt sich der 1878 eröffnete Sophienkirchhof III an. (1) Das Gelände an der Freienwalder Straße 19B ließ sich ursprünglich nur über die Einfahrt am nördlichen Ende der Freienwalder Straße betreten, denn eine Mauer trennte die benachbarten Friedhöfe. Der sechs Hektar große Sophienkirchhof II ist nach einem engen geometrischen Raster angelegt. Nach Nordosten ausgerichtete Hauptachsen kreuzen sich mit Querwegen. Unmittelbar am Eingang steht die 1877-78 erbaute Kapelle. Das gelbe Backsteingebäude vermittelt mit seinen einfachen, strengen Bauformen eine feierliche, ruhige Stimmung. Grundriss und Aufbau gleichen der Kapelle des St. Elisabeth-Kirchhofs II, so dass auch hier Gustav Erdmann als ausführender Architekt zu vermuten ist. Das klassizistischen Bauwerk im Rundbogenstil besteht aus Kapelle, Leichenraum und offener Vorhalle, lediglich der Glockenturm fehlt. Bestimmend sind die großen Rundbögen, die sich aber nur an zwei Seiten nach außen öffnen. Die Kapelle, ein Saalraum mit halbrunder Apsis, wird an der Eingangsseite durch einen flach geneigten Giebel mit aufgesetztem Kreuz betont.

Die Erbbegräbnisse waren an der westlichen, zum St. Elisabeth-Kirchhof II weisenden Mauer aufgereiht. Nach der Beseitigung der Mauer sind nur noch zwei künstlerisch bedeutende Grabstätten erhalten. Das Erbbegräbnis der Familie Felix Lohmann wird von einem 1896 aus Sandstein gearbeiteten Wandgrabmal begrenzt. Eine antikisierende Ädikula mit korinthischen Säulen umrahmt das Bogenfeld mit den Namen der Verstorbenen. Über dem Dreiecksgiebel ragt ein Kreuz auf. Die größte Grabanlage des Kirchhofs, das Mausoleum der Familie Stange, entstand um 1910 (Abb. 109). Die Eingangsseite besitzt eine schwarze Granitverkleidung. Säulen und Dreiecksgiebel, die reich geschmückte Eisentür und die geschmiedete Umfriedung bilden ein beeindruckendes Monument, von dem eine festliche Ruhe ausgeht.


(1) Witte, Wilhelm: Die Geschichte der Sophienkirche in Berlin von 1712 bis 1912. Festschrift zur Feier des 200jährigen Bestehens der Sophiengemeinde. Berlin 1912, S. 174; BusB X A (3), S. 124.

Literatur:
  • BusB X A 3 1981 / Seite 124
  • Witte, Die Geschichte der Sophienkirche, 1912 / Seite .
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 160
Teilobjekt Mausoleum Stange
Teil-Nr.: 09030371,T,001
Sachbegriff: Grabmal & Mausoleum
Datierung: um 1910
Bauherr: Stange
Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 160
Teilobjekt Grabmal Felix Lohmann
Teil-Nr.: 09030371,T,002
Sachbegriff: Grabmal
Datierung: um 1910
Bauherr: Lohmann, Felix