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Pfarrhaus St. Sebastian

Obj.-Dok.-Nr.: 09030369
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Feldstraße
Hausnummer: 4
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Pfarrhaus & Bürogebäude & Mietshaus
Datierung: 1912-1913
Entwurf: Weber, Albert (Architekt)
Bauherr: Cortein (Pfarrer)

Der rechteckige Gartenplatz zwischen Acker- und Brunnenstraße wurde nach dem Bebauungsplan von James Hobrecht am Standort des einstigen Berliner Hochgerichts angelegt. Galgen und Gerichtsstätte hatte die Stadt Berlin bereits1842 abtragen lassen. Durch die Stadtsanierung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die geschlossene Form des Platzes zerstört. Der gestaffelte Baublock einer Altenwohnanlage überbaut die am südlichen Rand des Gartenplatzes verlaufende Feldstraße und ragt bis in die begrünte Platzfläche hinein. Nur noch das Pfarrhaus der katholischen Pfarrei St. Sebastian, Feldstraße 4, markiert die alte Platzkante. Die Straßenfront des 1912-13 von Albert Weber errichteten Gebäudes ist vollständig mit Natursteinplatten verkleidet. Mit dem streng geordneten Fassadenaufbau, den hervortretenden und zurückgesetzten Wandschichten und dem Verzicht auf historisierenden Dekor erweist sich das Pfarrhaus als ein qualitätvolles Werk der Reformarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts. Ein abgestuftes Gesims trennt die beiden unteren Geschosse, die mit eng gereihten Fenstern versehen sind, vom oberen Abschnitt, in dem sich große quadratische Fenster öffnen. Aus dem hervortretenden Mittelteil wächst im fünften Geschoss ein erkerartiger Aufsatz mit geschwungenem Walmdach hervor. An den seitlichen Fensterachsen springt die Fassade hingegen zurück, um Balkonen Platz zu machen. Bemerkenswert sind die Ornamentflächen zwischen den Fenstern des zweiten und fünften Stockwerks. Der Eingang wird von kräftigen Bossen gerahmt. Auf die Nutzung als Pfarr- und Gemeindehaus verweist das Lamm Christi über dem monumentalen Schlussstein. Durch die dominante, selbstbewusste Straßenfront unterschied sich das Pfarrhaus von den umliegenden Mietshäusern.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 93