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Ringbahn-Schaltwerk

Obj.-Dok.-Nr.: 09030359
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Böttgerstraße
Hausnummer: 14
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: E-Werk
Datierung: 1927-1928
Umbau: 1935 & 1998
Entwurf: Brademann, Richard (Architekt)
Bauherr: Deutsche Reichsbahn

Die Böttgerstraße läuft auf die Bahntrasse der Ringbahn zu, um dann bogenförmig das Bahngelände zu begleiten. Im rückwärtigen Bereich des Grundstücks Böttgerstraße 14, unmittelbar an der Ringbahn, steht ein 1927-28 erbautes Schaltwerk, das mit dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs nach dem Ersten Weltkrieg entstanden ist. (1) Mit der 1924 eingeleiteten Elektrifizierung der S-Bahn wurden an den Eisenbahnstrecken Umformer-, Gleichrichter- und Schaltwerke errichtet, die den Drehstromaus dem Kraftwerk von 30.000 Volt in Gleichstrom von 800 Volt umwandeln. Der verantwortliche Architekt der Berliner Reichsbahndirektion, Richard Brademann, entwarf technische Zweckbauten, die sich durch eine klare, sachliche, architektonisch einprägsame Gestaltung auszeichnen, bei der Form und Funktion in Einklang stehen. Mit der roten Klinkerverkleidung, einem leicht überstehenden Flachdach und weiß gerahmten Sprossenfenstern zeigt das Schaltwerk in der Böttgerstraße die für Brademann typische Bauweise. Die Stromversorgungseinrichtung vereint Schaltstelle und Gleichrichterwerk. Der zweigeschossige kubische Mauerwerksbau besteht daher aus einem langgestreckten Bauteil für Transformatoren und Gleichrichteranlagen, die durch Stahltore an den Längsseiten von außen zugänglich sind, und dem etwas höheren Schalthaus mit Treppenhausanbau. Die Räume im Obergeschoss werden durch querrechteckige Sprossenfenster belichtet. Eine bemerkenswerte Lösung ist das umlaufende Oberlichtband des Schalthauses direkt unter dem auskragenden Dach. An der südlichen Schmalseite fügte Brademann 1935 ein Treppenhaus an. Das Schaltwerk war für die ferngesteuerten Kleingleichrichterwerke des nordöstlichen Ringbahnabschnitts zuständig. Von hier aus wurden auch das Gleichrichterwerk am Humboldthain betätigt.


(1) Hochbauten der Reichsbahn-Direktion Berlin für die Elektrisierung der Berliner Stadt- und Vorortbahn. Architekt: Richard Brademann, Berlin. in: Wasmuths Monatshefte für Baukunst 13 (1928), S. 481-493; Brademann, Richard: Hochbauten der Elektrisierten Stadt- und Vorortbahnen. in: Zeitschrift für Bauwesen 80 (1930), S. 32, 36; BusB X B (2), S. 106, 195; Gympel, Jan: Richard Brademanns Bauten für die Berliner S-Bahn. in: Bauwelt 84 (1993), S. 1998-2001; Dost 2002, S. 80-84.

Literatur:
  • Wasmuths Monatshefte für Baukunst, 13 (1928) 12 / Seite 481-493
  • Zeitschrift für Bauwesen 80 (1930) 2 / Seite 25-39
  • BusB X B 2 1984 / Seite 106, 195
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 130