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Carl-Krämer-Grundschule & Peter-Henlein-Hauptschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09030337
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Zechliner Straße
Hausnummer: 4
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1912-1914
Entwurf: Hoffmann, Ludwig Ernst Emil (Architekt)
Entwurf: Reifland (Architekt)
Ausführung: Hallert, Gustav (Baugeschäft)
Bauherr: Städtisches Hochbauamt II

Die 1913-14 von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann errichtete 292. und 299. Gemeindeschule ist ist im Blockinnenbereich angeordnet. (1) Der aus drei Flügeln bestehende Klassentrakt ist vollständig von Mietshäusern umgeben. Den Schulhof kann man nur über die Durchfahrten des Lehrerwohnhauses an der Zechliner Straße 4 betreten. Das dreistöckige Gebäude unter einem hohen Mansarddach mit Fledermausgauben wirkt wie ein spätbarockes Palais der Zeit um 1800. Der strenge, repräsentative Fassadenaufbau scheint auf Potsdamer Bürgerhäuser zurückzugehen. Gerade dieser klare und ornamentarme Baustil wurde in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg als Vorbild für eine moderne Architektur angesehen. Das Erdgeschoss bildet mit seiner Streifenquaderung aus hellbraunem Sandstein einen schweren, mächtigen Sockel. Die Obergeschosse sind verputzt, während die Fenster von Sandsteineinfassungen umrahmt werden. Über den drei Torbögen sind flach hervortretende, eine Fensterachse umfassende Risalite ausgebildet. Dass sich hinter dem Gebäude ein Schulhaus verbirgt, erkennt man nur an den Reliefstreifen zwischen dem zweiten und dritten Stockwerk. Fröhliche, spielende Kinder wechseln mit Medaillons, auf denen der Berliner Bär abgebildet ist, aber nicht als stolzes Wappentier, sondern als Schulkind mit Schulranzen. Der viergeschossige Klassentrakt besitzt schlichte, vollkommen schmucklose Fassaden. Zwischen den Durchfahrten des Mittelflügels wurde die Turnhalle angeordnet, die in die Baugruppe eingegliedert ist, ohne von außen erkennbar zu sein.

Das Lehrerwohnhaus bildet den Blickpunkt des Brunnenhofs, der platzartig erweiterten Fordoner Straße, die nach dem Ersten Weltkrieg zusammen mit der Siedlung Brunnenhof angelegt wurde.


(1) Schwarz 1984, Bd. 3, S. 130, 132; BusB V C, S. 365-366; Melk-Koch 1993, S. 251-253.

Literatur:
  • Das Schulhaus 13 (1911) / Seite 580
  • Gottwald, Franz, Heimatbuch vom Wedding, Berlin 1924 / Seite 235
  • Ludwig Hoffmann, 1983 / Seite 242
  • BusB V C 1991 / Seite 365
  • Melk-Koch, Marion, Schulen im Wedding, 1995 / Seite 334
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 166