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273. und 291. Gemeindeschule & Rübezahl-Grundschule & Karl-Bröger-Hauptschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09030333
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Wedding
Strasse: Utrechter Straße
Hausnummer: 25 & 27
Strasse: Malplaquetstraße
Hausnummer: 29 & 30 & 31
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1914-1918
Entwurf: Hoffmann, Ludwig Ernst Emil & Matzdorff, Georg & Ullmann, Johann & Mettke & Gerecke, Julius (Architekt)
Ausführung: Rohrbach, Carl (Maurermeister)
Bauherr: Städtisches Hochbauamt II

Für die 273. und 291. Gemeindeschule erwarb die Stadt Berlin ein zusammenhängendes Gelände an Utrechter Straße 25/27 und Malplaquetstraße 29-31. Die Parzelle an der Straßenkreuzung war bereits mit einem Mietshaus bebaut. Mit Rücksicht auf das eigenartige Grundstück errichtete Stadtbaurat Ludwig Hoffmann 1914-16 zwei getrennte Gebäude, die den Blockrand fortsetzen und einen gemeinsamen Schulhof in der Blockinnenfläche begrenzen. (1) Es überwiegen barocke Motive, die sich von unterschiedlichen Vorbildern ableiten und in einer ungewohnter Weise, der architektonischen Konvention widersprechend, kombiniert sind. Zur Utrechter Straße wendet sich eine symmetrische Straßenfassade mit hervortretendem Mitteltrakt. Die Fenster sind zu schlanken Fensterachsen zusammengefasst. Am Mitteltrakt betonen kolossale ionische Pilaster die vertikale Ordnung. Es überrascht allerdings, dass ein Pilaster genau so breit ist wie eine Fensterachse. Der mittlere Bauteil enthält zwei übereinanderliegende Turnhallen, während in den dreigeschossigen Seitenbereichen Lehrerwohnungen, eine Volksbibliothek und ein städtisches Armenamt untergebracht waren. An der Malplaquetstraße steht der viergeschossige Klassentrakt, zu dem ein Seitenflügel gehört, der sich zum Schulhof wendet. Mit der Streifenquaderung im Erdgeschoss, den vertikalen Fensterachsen und dem rhythmischen Wechsel von einfachen und hervorgehobenen Fensterachsen erweckt das Gebäude einen barocken Eindruck. Dabei fällt das unruhige, fast übertriebene Fassadenrelief aus eingetieften und vortretenden Wandflächen, aus verputzten Bereichen und Abschnitten mit dunkelbrauner Sandsteinverkleidung auf. Um die Kinder auf das Schulleben einzustimmen, ließ Ludwig Hoffmann liebevoll gestaltete Sandsteinreliefs anbringen. Über den beiden Eingängen sind Bären zu sehen, die Wappentiere Berlins, die in einem Buch lesen und mit einem Globus spielen. Auch die freundlichen Hofseiten, die lediglich verputzt und weiß gestrichen sind, besitzen Bildreliefs, auf denen spielende Putten mit Büchern, einer Rechentafel und Pflanzen spielen.


(1) Schule an der Malplaquetstraße in Berlin. Architekt: Ludwig Hoffmann. in: Wasmuths Monatshefte für Baukunst 2 (1915/16), S. 315-317; Schwarz 1984, Bd. 3, S. 130; BusB V C, S. 19, 367; Melk-Koch 1993, S. 112-113, 231-238.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 213