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Wohnanlage Sansibarstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09030318
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Wedding
Strasse: Sansibarstraße
Hausnummer: 2 & 4 & 6 & 7 & 8 & 9 & 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 18 & 19 & 20 & 21 & 22 & 23 & 24 & 25 & 26 & 27 & 28 & 29 & 30 & 31 & 32 & 33
Strasse: Afrikanische Straße
Hausnummer: 74 & 76 & 78 & 80 & 82 & 84 & 86 & 88 & 88A & 90 & 90A
Strasse: Otawistraße
Hausnummer: 31 & 33 & 35 & 37 & 39
Strasse: Togostraße
Hausnummer: 46 & 46A & 47 & 48 & 49 & 50 & 51 & 52 & 53 & 54 & 55
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Entwurf: 1925
Datierung: 1928-1929
Entwurf: Zamojski, Stephan von (Architekt)
Entwurf: Iwan, Heinrich (Architekt)
Bauherr: Franke, Arthur (Kommerzienrat)
Ausführung: Berliner Bauverein GmbH

Das weiträumige Gelände zwischen Transvaal- und Otawistraße wurde 1928-29 mit einer großen Wohnanlage bebaut, die sich an ältere Mietshäuser aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg anschließt. Der private Bauherr übertrug die Planung an Heinrich Iwan und Stephan von Zamojski, die an Afrikanischer Straße 72/90A, Sansibarstraße 2/4, 6-34, Otawistraße 31/39 und Togostraße 46-55 eine geschlossene Blockrandbebauung ausbildeten. (1) Dabei musste auf unterschiedliche Bauzonen Rücksicht genommen werden. Die 1925 erlassene Bauordnung erlaubte größtenteils eine viergeschossige Bauweise, während am Volkspark Rehberge nur drei Stockwerke zugelassen waren. Um jedoch möglichst viel Wohnraum zu schaffen, entwickelten Heinrich Iwan und Stephan von Zamojski eine geschickte städtebauliche Lösung: An der Afrikanischen Straße unterbrachen sie den Blockrand. Dadurch war es möglich, auf der Blockinnenfläche, der höher eingestuften Bauzone zugeordnet, einen viergeschossigen Querriegel zu errichten. Der begrünte Gartenhof, der sich dem Volkspark Rehberge zuwendet, wird von zwei freistehenden, würfelförmigen und sehr modern wirkenden Gebäuden mit flachen Dächern abgeschlossen. Die einfachen, schmucklosen Fassaden und Hoffronten sind verputzt und ockerfarben gestrichen. Für Abwechslung sorgen die rechteckigen Fenster, die man zu horizontalen Bändern zusammengefasst hat. Die Wandabschnitte zwischen den Fenstern sind mit hellroten Klinkern verblendet. Auch die Pfeiler der hofseitigen Loggien bestehen aus Backstein. Zu den traditionellen Elementen gehört das ziegelgedeckte Dach. Um den Wohnungen in der Sansibarstraße mehr Licht und Luft zukommen zu lassen, hat man eine Häuserzeile im mittleren Bereich etwas zurückgesetzt angeordnet. Eine abgeschrägte Ecke leitet von der Sansibarstraße zur Afrikanischen Straße über.


(1) Schaefer, Paul: Das vielseitige Kunstschaffen der Architekten B. D. A. Heinrich Iwan und St. v. Zamojski, Berlin. in: Neue Baukunst 2 (1926), Heft 13, S. 1-2, 24 [nicht ausgeführter Entwurf]; BusB IV A, S. 151, 270; BusB IV B, S. 377; Schwarz 1984, Bd. 3, S. 143.

Literatur:
  • BusB IV A 1970 / Seite 151,270
  • BusB IV B 1974 / Seite 377
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 242
  • Schaefer, Paul, Das vielseitige Schaffen der Architekten B.D.A. Heinrich Iwan und St. v. Zamojski, Berlin in
    Neue Baukunst 2 (1926) 13