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70. und 202. Gemeindeschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09030315
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Ravenéstraße
Hausnummer: 11 & 12
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Lehrerwohnhaus
Entwurf: 1896
Datierung: 1897-1898
Entwurf: Hesse, Paul (Baumeister)
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Ausführung: Karchow, Max (Maurermeister)
Bauherr: Stadtbauinspektion II

An der Ravenéstraße 11-12 verfügte die Stadt Berlin über ein großes Grundstück. Die 1897-98 erbaute 70. und 202. Gemeindeschule (1) musste daher nicht auf einer Blockinnenfläche angeordnet werden. Der langgestreckte Klassentrakt begleitet die Straße, ist jedoch für einen begrünten Vorplatz etwas zurückgesetzt worden. Das viergeschossige Lehrerwohnhaus schließt sich an die benachbarten Mietshäuser an und leitet vom Blockrand zum offenen Schulgelände über. Als die Schule ausgeführt wurde, amtierte bereits Stadtbaurat Ludwig Hoffmann. Die Pläne hatte aber noch Stadtbaurat Hermann Blankenstein unter Mitarbeit von Paul Hesse bearbeitet. Die 70. und 202. Gemeindeschule ist ein anschauliches Beispiel für die historisierende, farbenfrohe Bauweise, zu der Blankenstein in seinen letzen Amtsjahren überging. Das spätklassizistische Erscheinungsbild des backsteinverkleideten Klassentrakts mit Mittelrisalit und seitlichen Kopfbauten sowie regelmäßig aufgereihten Fensterachsen wurde um historisierende Motive bereichert. Dazu gehören die gotisisierenden Staffelgiebel, die Maßwerkflächen unter den Fenstern und der Kreuzbogenfries am Hauptgesims. Im Unterschied zu den älteren Schulen, die aus gelbem Backstein bestehen, verwendete Blankenstein hier rote Klinker. Für einen farbigen Akzent sorgen grün schimmernde Glasursteine und weiß verputzte Blendfelder. Die drei unteren Geschosse sind durch Fensterblenden zusammengefasst. Die Aula im Mitteltrakt erkennt man an den großen Maßwerkfenstern, die mit einem verkümmerten Wimperg abschließen. Die Giebel der seitlichen Risalite zeigen das Wappen der Stadt Berlin.


(1) Schwarz 1981, Bd. 2, S. 165-166; BusB V C, S. 353; Melk-Koch 1993, S. 181-188.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 191