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167. und 175. Gemeindeschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09030314
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Putbusser Straße
Hausnummer: 22
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Lehrerwohnhaus
Datierung: 1889-1892
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Entwurf: Müller (Architekt)
Entwurf: Haack, Fritz (Architekt)
Bauherr: Stadtbauinspektion II

Auf dem Baublock zwischen Rügener Straße und Ramlerstraße errichtete Stadtbaurat Hermann Blankenstein unter Mitarbeit von Fritz Haack und Arthur Müller 1889-91 die 167. und 175. Gemeindeschule. (1) In der Blockinnenfläche steht ein vierstöckiger Klassentrakt, daneben erhebt sich eine Turnhalle, während das Lehrerwohnhaus an der Putbusser Straße 22 den geschlossenen Blockrand fortsetzt Der Schulhof ließ sich ursprünglich nur über die Durchfahrt im Lehrerwohnhaus betreten. Die mit Backstein verkleideten Gebäude verdeutlichen die spätklassizistische Bauweise des Stadtbaurats Blankenstein. Mit dunkelroten Ziegelbändern, Friesen und regelmäßig aufgereihten Segmentbogenfenstern erhielt das blockhafte Schulhaus eine einfache, zurückhaltende Gliederung. Während die westliche Hauptfront durch einen breiten, leicht überhöhten Mittelrisalit betont ist, kann man an Rückfront und Seitenfassaden hervortretende geschmückte Treppenhausachsen erkennen. Medaillons mit dem Berliner Bären und Ornamentfelder mit Flechtwerk zieren die geschlossen Wandflächen der Schmalseiten. Das hervorragend erhaltene Lehrerwohnhaus ist weitgehend in spätklassizistischen Formen gehalten, besitzt aber mit dem schiefergedeckten Satteldach, dem Giebelaufbau und den Dacherkern Elemente anderer Stilrichtungen, die Blankenstein nach 1890 verstärkt einsetzte. Der Giebel des Mittelrisalits ist mit einem Inschriftenfeld (2) und dem Berliner Wappen geschmückt, und auf dem mittleren Türmchen dreht sich eine kunstvoll geschmiedete Wetterfahne. Die Schule wurde 1983-87 erweitert und als Kinderzentrum Ramlerstraße neu eröffnet. (3) Erika Reith, Oskar Reith und Ivan Krusnik fügten ein Schulgebäude an der Ramlerstraße und eine Sporthalle an der Swinemünder Straße hinzu, verbunden durch eine geschwungene Pergola, die einen reizvollen Eingangshof umschließt. Ein verglaster Übergang führt zum alten Klassentrakt. Die Turnhalle wurde in einen überdachten Spielplatz umgebaut.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 322-323; BusB V C, S. 349; Melk-Koch 1993, S. 175-181.

(2) Auf der Inschriftentafel ist zu lesen: "ERBAUT 1889-1891".

(3) siehe S. xx, vgl. Kinderzentrum Ramler Straße. Berlin-Wedding. Berlin 1988; Jaeger, Falk: Zurück zu den Stilen. Baukunst der achtziger Jahre in Berlin. Berlin 1991, S. 142-144; BusB V C, S. 296-298, 442.

Literatur:
  • Engel, Helmut, Der Wedding, Geschichte und Bedeutung in
    Weddinger Heimatverein, Jahrbuch 2, Berlin 1986 / Seite 26
  • BusB II/III 1896 / Seite 323
  • BusB V C 1991 / Seite 349
  • Reichardt, Schäche/ Ludwig Hoffmann, 1986 / Seite 99 (Baudaten als 1903-05 angegeben)
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 110