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39. und 183. sowie 196. Gemeindeschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09030307
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Wedding
Strasse: Müllerstraße
Hausnummer: 158
Strasse: Willdenowstraße
Hausnummer: 11
Strasse: Triftstraße
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Lehrerwohnhaus
Datierung: 1891-1893
Umbau: 1912
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Entwurf: Hesse, Paul (Architekt)
Ausführung: Tesch, Gottlieb (Maurermeister)
Bauherr: Stadtbauinspektion II

Der Max-Josef-Metzger-Platz vermittelt zwischen der Müllerstraße und der einmündenden Gerichtstraße. Auf einem großen, von drei Straßen umgebenen Grundstück unmittelbar an der belebten Straßenkreuzung errichtete Stadtbaurat Hermann Blankenstein 1891-93 die 39., 183. und 196. Gemeindeschule, die sich in ihrer städtebaulichen Disposition von anderen Berliner Schulen unterscheidet. (1) Das Gelände war bereits im Besitz der Stadt Berlin. Daher sind die Schulgebäude nicht auf der Blockinnenfläche, sondern an Müllerstraße 158, Triftstraße und Willdenowstraße 11 angeordnet. Um auf das rasche Bevölkerungswachstum im Wedding zu reagieren, wurden gleich drei Gemeindeschulen zusammengefasst. Um die Jahrhundertwende war diese dreifache Gemeindeschule, die sechzig Klassen umfasste, die größte Schule Berlins. Die Baugruppe besteht aus vier Gebäuden, die unverkennbar von Hermann Blankenstein stammen, wie man an der blockhaften Grundform, der gelben Backsteinverkleidung, den gliedernden Gesimsen aus Terrakotta und den axial angeordneten Segmentbogenfenstern sehen kann. Der Stadtbaurat verwendete erstmals blaugraue Klinker, die zu Ornamenten zusammengesetzt sind. Ein viergeschossiger Klassentrakt an, der über die gesamte Grundstückstiefe von der Müllerstraße bis zur Willdenowstraße reicht, schließt sich an die benachbarten Mietshäuser an. Im hervortretenden Mittelteil ist die Aula untergebracht. Darauf deuten die großen Rundbogenfenster des vierten Stockwerks. Die geschlossenen Wandflächen der Seitenrisalite sind mit dem Berliner Wappen und Schrifttafeln verziert. (2) An Müller- und Triftstraße steht ein dreigeschossiges Eckgebäude, das ehemalige Lehrerwohnhaus, das die Straßenkreuzung beherrscht. Ein zweiter Klassentrakt, in dem eine katholischen Gemeindeschule untergebracht war, wendet sich Trift- und Willdenowstraße zu. Der Haupteingang befindet sich an der abgeschrägten Ecke. Im zweiten Stockwerk liegt die Aula, ein fünfeckiger Saal, der sich außen durch große Bogenfenster abzeichnet. Zwischen den beiden Eckgebäuden steht die Turnhalle, die 1912 erweitert und 1926 aufgestockt wurde. Die Gebäude umschließen einen gemeinsamen Schulhof.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 324-325; Schwarz 1981, Bd. 2, S. 167; BusB V C, S. 350; Melk-Koch 1993, S. 121-129.

(2) Auf der linken Schrifttafel steht "Begonnen 1891.", auf der rechten Schrifttafel ist zu lesen "Vollendet 1893."

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 179