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Rehberge-Grundschule & Goethepark-Grundschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09030296
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Wedding
Strasse: Guineastraße
Hausnummer: 17 & 18
Strasse: Togostraße
Hausnummer: 58
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Kindertagesstätte
Datierung: 1955-1959
Umbau: 1970
Entwurf: Hochbauamt Wedding (Baufirma)
Ausführung: Dyckerhoff und Widmann KG
Bauherr: Bezirksamt Wedding

An der Guineastraße, einen Block von der Afrikanischen Straße entfernt, errichtete das Hochbauamt Wedding 1955-59 die Goethepark- und Rehberge-Grundschule, die mit ihrer zeittypischen Gestaltung die künstlerischen und städtebaulichen Vorstellungen der Nachkriegszeit vermittelt. (1) Obwohl die Grundschule nur vierzig Klassen umfasst, nimmt sie einen ganzen Baublock an Guineastraße 17-18 und Togostraße 58 ein, weil besonderer Wert auf qualitätsvoll gestaltete und großzügige Freiflächen gelegt wurde. An der Guineastraße bilden Aula, Verwaltungstrakt und Turnhalle, verbunden durch zweistöckige Zwischenflügel, eine gestaffelt angelegte Baugruppe. Die Gebäude sind gegeneinander versetzt, so dass sich der Straßenraum zu einem Vorplatz weitet. Die Aula, von vornherein auch als Festhalle für das Stadtviertel gedacht, wird durch großflächige Fensterbahnen belichtet. Das Dach ist aus Betonschalen gebildet, die leicht auskragen und mit ihren flachen Bögen eine bewegte Silhouette zeichnen. Innen ist die Deckenschale in einer weichen Wellenbewegung geschwungen. Die Zwischentrakte sind vollständig verglast. Neben dem Foyer der Aula öffnet sich eine Durchfahrt zum Schulhof, dann folgt das dreigeschossige Verwaltungsgebäude, das durch ein strenges Stahlbetonraster gegliedert wird. Auch die Ausstattung zeugt vom Gestaltungswillen der 1950er Jahre. Pendelleuchten, trapezförmig verglaste Türen, Trinkbrunnen und Wandflächen aus Glasbausteinen vermitteln eine zeittypische Stimmung. An die straßenseitige Bebauung schließen sich zwei Klassentrakte an, die in das begrünte Schulgelände ragen. Die zweigeschossigen Gebäude, die aus gestaffelten, teilweise leicht gekrümmten Abschnitten bestehen, sind nach der Sonne ausgerichtet. Die Klassenzimmer öffnen sich nach Osten. Sie sind nach dem sogenannten Schuster-System angeordnet, bei dem immer zwei Klassenräume an ein Treppenhaus anbinden. Der Schulhof zwischen den Klassentrakten ist mit zwei nierenförmigen Asphaltflächen befestigt. (2) Am Rand des Schulgeländes nimmt ein gestaffeltes Gebäude die Wohnung des Hausmeisters und den Schulkindergarten auf.


(1) BusB V C, S. 211-212, 420; Melk-Koch 1993, S. 87.

(2) Erstmals im Berliner Schulbau wurde ein Rauhasphaltüberzug verwendet.

Literatur:
  • BusB V C 1991 / Seite 211f., 420
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 242