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Wohnanlage Dubliner Straße

Obj.-Dok.-Nr.: 09030289
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Wedding
Strasse: Dubliner Straße
Hausnummer: 3 & 5 & 7 & 9 & 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 18 & 19 & 20 & 21 & 22 & 23 & 24 & 25 & 26 & 28
Strasse: Edinburger Straße
Hausnummer: 57 & 59 & 61 & 63 & 65 & 67 & 69 & 71 & 73 & 75 & 77 & 79
Strasse: Glasgower Straße
Hausnummer: 9 & 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 17 & 18 & 19 & 20 & 20A & 21 & 23 & 23A & 24 & 24A
Strasse: Liverpooler Straße
Hausnummer: 2 & 4 & 6 & 8 & 10 & 12 & 14 & 16 & 18 & 20 & 22 & 24 & 26 & 28
Strasse: Müllerstraße
Hausnummer: 70B & 70C
Strasse: Schöningstraße
Hausnummer: 4 & 5 & 9 & 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 20 & 21 & 22 & 23
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1927-1930
Umbau: 1951 & 1955
Entwurf: Glas, Erich (Architekt)
Ausführung: Lenz und Co. (Baufirma)
Bauherr: DeGeWo

Die freigebliebenen Grundstück rings um die Gemeindeschule wurden nach dem Ersten Weltkrieg von der Deutschen Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaus (DeGeWo) erworben, die mit Hauszinssteuerhypotheken 1927-30 eine Wohnanlage mit ungefähr 800 Kleinwohnungen errichtete. (1) Die Planung übernahm Erich Glas, der zuvor für die DeGeWo die Siedlung Schillerhof entworfen hatte. Die fünfgeschossigen Wohngebäude Dubliner Straße 3/7, 9-28, Schöningstraße 4-5, 9-14, 20-23, Edinburger Straße 57/79, Glasgower Straße 9-15, 17-21, 23-24A, Liverpooler Straße 2/30 und Müllerstraße 70B-C erstrecken sich über fünf Baublöcke. Gemeinsam mit älteren Mietshäusern bilden sie einen geschlossen Blockrand. Nach der Berliner Bauordnung von 1925 wurde auf Hintergebäude verzichtet. Die Wohnanlage gehört zu den ersten Siedlungen in Berlin, für die eine Fernheizung eingerichtet wurde. Ein Kesselhaus im nordwestlichen Baublock liefert Heizwärme und warmes Wasser in alle Häuser. Durch die moderne Haustechnik konnten die sperrigen Öfen und Schornsteine entfallen. Die Wohnungen umfassen ein bis drei Zimmer mit Küche, Speisekammer, Bad und Loggia, sie reichen von der Straße bis zum Hof, so dass eine Querlüftung möglich ist. Die hofseitig angeordneten Treppenhäuser erschließen pro Stockwerk immer zwei Wohneinheiten. Ohne auf traditionelle Elemente zu verzichten, entwarf Erich Glas schlichte, schmucklose Fassaden. Mit Satteldach und hochrechteckigen Fenstern folgen sie der gewohnten Form eines städtischen Wohnhauses. Putzflächen wechseln mit backsteinverkleideten Wandabschnitten. Erich Glas fasste die Loggien paarweise zu flachen, unterschiedlich weit auskragenden Risaliten und Erkern zusammen, die aus rotem Backstein gemauert sind. Um die Straßenfronten nicht monoton erscheinen zu lassen, wurde die Fassadengestaltung bei jedem Baublock variiert. Man sieht Hauseingänge in der Art eines Stufenportals mit abgetreppten Backsteinschichten sowie andere Eingänge, die mit Einfassungen aus Betonwerkstein versehen sind. Die backsteinverkleideten Eckbauten an Edinburger und Dubliner Straße wurde mit Keramikreliefs und stilisierten Figuren hervorgehoben. An der Müllerstraße bildete der Architekt eine abgerundete Ecke aus.


(1) Lagotz: Wohnhausgruppe Dubliner Straße der DeGeWo, Berlin. in: Deutsche Bauzeitung 62 (1928), Beilage Moderner Wohnungsbau, S. 1-13; Schallenberger, Jakob und Gutkind, Erwin: Berliner Wohnbauten der letzten Jahre. Berlin [1931 oder 1932], S. 69; BusB IV A, S. 269-270; BusB IV B, S. 373; Schwarz 1984, Bd. 3, S. 142; Dettmer 1988, S. 113.

Literatur:
  • Schallenberger, Gutkind/ Berliner Wohnbauten, 1931 / Seite 69
  • Moderner Wohnbau (1928) 1 / Seite 1ff.
  • BusB IV A 1970 / Seite 269f.
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 227