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Mietshaus & Gewerbebau Prinzenallee 83

Obj.-Dok.-Nr.: 09030190
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Prinzenallee
Hausnummer: 83
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus & Gewerbebau
Entwurf: 1887
Datierung: 1888-1890
Entwurf & Ausführung: Gallutschki, Carl (Zimmermannsmeister)
Bauherr: Gallutschki, Carl

Der Geländestreifen westlich der Prinzenallee, der ursprünglich zum Heilbad Gesundbrunnen gehörte, wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts in schmale, sehr tiefe Parzellen geteilt und später bebaut. An die straßenseitigen Mietshäuser schließen sich langgestreckte, von Handwerks- und Gewerbetrieben genutzte Höfe an, die seitlich von niedrigen, meist zweistöckigen Gewerbebauten und Schuppen begrenzt werden. Die für das Stadtviertel typische Mischung von Wohnen und Gewerbe lässt sich beispielhaft an den Gebäuden des Grundstücks Prinzenallee 83 ablesen. Carl Galuschki - zugleich Eigentümer und Bauunternehmer - errichtete 1888-90 ein fünfgeschossiges Vorderhaus, das wegen seiner reichen, mit braunroten Klinkern und Terrakotten verkleideten Fassade im Volksmund "Rotes Schloss" genannt wird, obwohl es eigentlich wie ein gewöhnliches Mietshaus aufgebaut ist. Die in den Formen der Neorenaissance gehaltenen Straßenfassade wird durch Gesimse, geschossweise ausgebildete Lisenen und dreiseitig hervortretende Erker gegliedert. Seiten- und Quergebäude besitzen dagegen eine gelbe Klinkerverkleidung. Das außerordentlich tiefe, bis zur Travemünder Straße reichende Grundstück wird als Gewerbehof genutzt. Ein- bis dreistöckige, aus Backstein gemauerte Werkstätten, Remisen und Schuppen, die zwischen 1890 und 1898 entstanden sind, umgeben einen straßenartigen Hofraum. Das Comptoir besitzt ein Obergeschoss aus Fachwerk. Beachtung verdient die niedrige Werkstatt unmittelbar hinter dem Quergebäude. Der Backsteinbau ist mit Terrakotten geschmückt, die Werkzeuge eines Metallgießers zeigen.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 134