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Mietshaus Arnheim

Obj.-Dok.-Nr.: 09030172
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Badstraße
Hausnummer: 40 & 41
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Entwurf: 1891
Datierung: 1892-1893
Umbau: 1957
Entwurf: Martens, Wilhelm (Architekt)
Ausführung: Most, Otto (Maurermeister)
Bauherr: Arnheim, Karl (Tresore-Fabrikant)
Bauherr: Berliner Bank

Das Fabrikgelände wird durch das Mietshaus Arnheim an der Badstraße 40-41 begrenzt, das 1892-93 von Wilhelm Martens als Wohnhaus für Arbeiter und Angestellte der Tresorfabrik S. J. Arnheim errichtet wurde. (1) Der freistehende Backsteinbau, der über die gesamte Breite der Pankeinsel reicht, beherrscht den verkehrsreichen Straßenraum, an dem Ufer-, Exerzier-, Schweden- und Koloniestraße zusammentreffen, um dann in die Badstraße überzugehen. Das Wohnhaus unterscheidet sich deutlich von den gewöhnlichen Mietshäusern des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Da Hintergebäude fehlen, erhalten auch die rückwärtigen Wohnungen ausreichend Licht. Die Straßenfassade besitzt nicht den üblichen Stuckdekor, sondern folgt mit einer roten Backsteinverkleidung, mit Segmentbogenfenstern, mit Friesen und Ornamenten aus grünschwarz glasierten Klinkern der Backsteinbaukunst der Berliner Bauakademie. Risalite betonen den hervortretenden Mitteltrakt. Die in das hohe Satteldach hineinragenden Giebel sind ebenso wie der Haupteingang mit gotisierenden Blenden und Zinnen verziert. Dieser Bauschmuck orientiert sich an der märkischen Backsteingotik. Am südlichen Giebel erinnert eine alte Werbeschrift an die Geldschrankfabrik S. J. Arnheim. (2) Das Wohnhaus wurde 1987-92 vorbildlich restauriert. (3)


(1) Pasche, Frank: Wohnhaus Badstraße 40-41 (Wedding). in: Reparieren, Renovieren, Restaurieren. Vorbildliche Denkmalpflege in Berlin. Berlin 1998, S. 20-21; Dehio Berlin 2000, S. 481.

(2) Beide Giebel sind durch rote Backsteinstreifen gegliedert, die die verputzten und weiß gestrichenen Wandflächen rahmen. Im Giebelfeld ist jeweils die Jahreszahl "1892" zu lesen. Die Werbeschrift für S. J. Arnheim ist teilweise von einer Werbung der Kabelfabrik Frischeisen & Co. verdeckt, die nach 1938 bis in die 1950er Jahre die Fabrikationsstätten nutzte.

(3) Die durch Kriegszerstörung und Umbauten veränderten Bereiche wurden wieder rekonstruiert. Das betrifft vor allem das Erdgeschoss mit den Ladengeschäften. Das Dach wurde wieder mit großformatigen Schieferplatten gedeckt.

Literatur:
  • Lefèvre, Andrea/ Die Arnheimsche Tresorfabrik in
    Geschichtslandschaft, Wedding, 1990 / Seite 283-299
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 125
  • Pasche, Frank/ Wohnhaus Badstraße 40-41 in
    In/ Reparieren, Renovieren, Restaurieren. Vorbildliche Denkmalpflege in Berlin, Berlin 1998 / Seite 20f.