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Luisenhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09030171
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Gesundbrunnen
Strasse: Badstraße
Hausnummer: 38 & 39
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Entwurf: 1888
Datierung: 1892-1893
Umbau: 1907
Entwurf & Ausführung: Gallutschki, Carl (Zimmermannsmeister)
Bauherr: Gallutschki, Carl

Das Luisenhaus an der Badstraße 38-39 erinnert an den alten Gesundbrunnen, das 1760 eröffnete Heilbad, das seit 1809 als Luisenbad bezeichnet wurde. (1) Das Brunnenhaus der 1869 versiegten Heilquelle, das genau auf diesem Grundstück stand, musste versetzt werden, als Carl Galuschki 1892-93 das markante sechsstöckige Eckhaus errichtete. Der Ausbau der Travemünder Straße entlang der Panke zwang Galuschki, ein Drittel des Gebäudes sowie das alte Brunnenhaus abzubrechen. An der zur Panke weisenden Seite wurde 1906-07 eine neue Fassade ausgebildet. Mit seiner eigenwilligen, aufwendigen, vielfarbigen Dekoration beherrscht das Luisenhaus den umliegenden Straßenraum. Galuschki verkleidete das Gebäude mit roten, weißen, gelben und grünen Klinkern, die zu geometrischen Ornamenten und Friesen zusammengesetzt sind. Das lebendige Spiel von Formen und Farben wechselt von Stockwerk zu Stockwerk. Über den hervortretenden Erkern sind Giebelachsen mit geschwungenen Bogengiebeln ausgebildet. Die beiden obersten Geschosse werden durch Pilaster zusammengefasst. Der Eckturm blieb nicht erhalten. Die hervorgehobene Wandachse der Seitenfront, die niemals vollendet wurde, verweist auf die Geschichte des Gesundbrunnens. Im Giebelfeld ist eine Reliefdarstellung des 1809 in dieser Form erbauten Brunnenhauses zu sehen. Auf den drei Konsolen sollten ursprünglich Bildwerke der Könige Friedrich I. (2) , Friedrich II. und der Königin Luise aufgestellt werden.


(1) Schwarz 1981, S. 158, 160; Reissig, Harald: Luisenbad. in: Geschichtslandschaft 1990, S. 268-269; Dehio Berlin 2000, S. 481.

(2) Der Sage nach soll König Friedrich I. die Heilquelle entdeckt haben.

Literatur:
  • Reissig, Harald/ Luisenbad =Geschichtslandschaft, Wedding, 1990 / Seite 265-282
  • Topographie Mitte/Wedding, 2004 / Seite 123