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Gutshaus & Nebengebäude Alt-Marienfelde 2 Säntisstraße 182

Obj.-Dok.-Nr.: 09030120
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Marienfelde
Strasse: Alt-Marienfelde
Hausnummer: 2
Strasse: Säntisstraße
Hausnummer: 182
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Gutshaus & Nebengebäude
Datierung: 1899-1901
Umbau: 1907
Entwurf: Schmidt, Karl A. (Maurermeister)
Entwurf: Lau, August (Zimmermannsmeister)
Ausführung: Haufe, Carl (Zimmermannsmeister)
Bauherr: Wiese, Ferdinand (Gutsbesitzer)
Bauherr: Wiese, Ernst (Landwirt)

Neben dem Gutshof Marienfelde gab es mehrere kleine und große Bauernhöfe, die Ackerland in der Gemarkung Marienfelde bewirtschafteten. Eine vollständige Hofanlage ist am östlichen Dorfausgang erhalten geblieben. Der Hof Alt-Marienfelde 2, gegründet um 1880, liegt am Abzweig der Säntisstraße, die aus dem alten Feldweg von Marienfelde nach Britz hervorgegangen ist. Das eingeschossige Wohnhaus mit Souterrain und Satteldach wurde 1899-1900 von Maurermeister Karl A. Schmidt und Zimmermeister August Lau für den Bauerngutsbesitzer Ferdinand Wiese und den Landwirt Ernst Wiese errichtet und 1907 umgebaut.

An der anspruchsvollen Fassadengestaltung lässt sich der Wohlstand des Bauerngutsbesitzers ablesen. Die ursprüngliche Dekoration ist nur noch an den seitlichen Fensterachsen zu erkennen: Die Wandflächen sind mit gelben Klinkern verkleidet. Davon heben sich die aufgeputzten Fenstereinfassungen, Gesimse und Eckquaderungen ab. Beim Umbau 1907 erhielt das Gebäude einen prächtigen Frontispiz. Dem Haupteingang ist eine Veranda vorgelagert, zu der eine ausschwingende Freitreppe hinaufführt. Über der von ionischen Säulen gebildeten Bogenstellung befindet sich ein Balkon. Dahinter erhebt sich ein reich geschmückter Renaissancegiebel mit Voluten und Obelisken, der süddeutschen und südböhmischen Vorbildern des 17. Jahrhunderts nachempfunden ist. Zum Hof gehört die große Scheune, erbaut 1897-99, und der Stall an der rechten Grundstücksgrenze, der 1900 errichtet wurde. Die Wandflächen aus gelbem Backstein werden durch Mauerstreifen, Gesimse und Friese aus roten Ziegeln gegliedert.


(1) Rach 1988, S. 219.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 199f.