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Wohnhaus & Nebengebäude Krügerstraße 35

Obj.-Dok.-Nr.: 09030115
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Lichtenrade
Strasse: Krügerstraße
Hausnummer: 35
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Nebengebäude
Datierung: 1903
Entwurf: Krüger, Friedrich (Maurermeister)

Das Wohnhaus Krügerstraße 35, das der Maurermeister Friedrich Krüger 1903 für sich selbst errichtete, war das erste Bauwerk in dem gerade erst erschlossenen und parzellierten Wohngebiet westlich der Berlin-Dresdener Eisenbahn. Das aufwendig dekorierte Gebäude sollte für die Ansiedlung in Lichtenrade werben und die Leistungen des Maurermeisters herausstellen, der auf Grundstücksverkäufe und Bauaufträge wartete. Das zweigeschossige, im ursprünglichen Zustand erhaltene Wohnhaus ist ein charakteristisches Beispiel für die bürgerliche Wohnhausarchitektur in den Villenkolonien der Jahrhundertwende. Es ist eine Mischung aus Villa und Landhaus, besitzt einen direkten Zugang zum Garten, die repräsentativen Wohnräume befanden sich jedoch im Obergeschoss. Mit den beiden Giebelachsen an der Straßen- und Hofseite, dem vorgebauten Erker, dem seitlich angeordneten Treppenhaus, den kleinen Dachhäuschen und dem Krüppelwalmdach über den Giebelachsen schuf Friedrich Krüger einen lebhaft untergliederten Bau. Das Erdgeschoss ist mit gelb glasierten Klinkern verkleidet, während für die Gebäudeecken und die Balkonbrüstung grün schimmernde Klinker verwendet wurden. Die über dem Erdgeschoss ausgebildete Putz- und Stuckfassade mit Rankenwerk im Giebelfeld unterstreicht das abwechslungsreiche, aber etwas eigenwillige Erscheinungsbild. Die fensterlosen Wandflächen an der rechten Seite werden durch ein ornamentales Muster gegliedert. Zum bauzeitlichen Bestand gehört der kunstvoll geschmiedete Zaun mit geschwungenen Gittern und Sonnenblumen über den bogenförmigen Zwischenabschnitten. Das Wohnhaus Krügerstraße 33, das Friedrich Krüger 1903 nach den gleichen Bauplänen für seinen Bruder, den Kaufmann Wilhelm Krüger, errichtet hat, sah identisch aus, wurde aber bei späteren Umbauten stark entstellt.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 235f.