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Pumpwerk Lichtenrade

Obj.-Dok.-Nr.: 09030114
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Lichtenrade
Strasse: John-Locke-Straße
Hausnummer: 43 & 45 & 47
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Pumpwerk
Datierung: 1928-1929

Das 1928-29 errichtete Pumpwerk Lichtenrade, (1) John-Locke-Straße 43/47, steht mitten im Wohngebiet nördlich der Bahnhofstraße, das erst in den 1960er und 1970er Jahren bebaut wurde. Neben dem Pumpwerk verläuft der 1775 angelegte Lichtenrader Graben, der die Feldmark entwässerte. Über diesen Graben wurde ursprünglich auch das Abwasser abgeleitet. Erst nach der Eingemeindung Lichtenrades erhielt der Ortsteil einen Anschluss an die Kanalisation der Berliner Stadtentwässerung. Das in Lichtenrade erbaute Pumpwerk war an das Druckrohr angeschlossen, das von Steglitz zum Rieselfeld nach Klein-Ziethen führte. Das Gebäude steht in der Tradition der monumentalen Industriearchitektur vor dem Ersten Weltkrieg. Das zeigen die kräftigen Wandpfeiler aus Backstein, zwischen denen die Fensterachsen mit ihren geputzten Einfassungen zurücktreten. Die länglichen Fensterabschnitte sind durch ein Brüstungsfeld mit vertikal gesetzten Ziegeln geteilt. Dahinter verbirgt sich die Kranbahn, die durch das gesamte Pumpwerk läuft. Auf die Architektur der 1920er Jahren verweisen die expressiven dreieckigen Dachgauben des ziegelgedeckten Walmdachs. Die Fensterachsen belichten eine großzügige Halle mit Kassettendecke, in der die Pumpen standen. Die Kranbahnträger liegen auf den Kapitellen von Halbpfeilern, die jedem zweiten Wandpfeiler vorgesetzt sind. Das Pumpwerk wurde 1980 stillgelegt. Die historische Maschinenausstattung kam in das Deutsche Technikmuseum. Im Gebäude ist heute ein Schlossereibetrieb untergebracht.


(1) Kühne, Günther/Günther, Rudolf: Alte Pumpwerke in Berlin, Berlin 1987, S. 92, Abbildungen 63-72.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 235