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Bauernhaus Alt-Lichtenrade 113 & 115

Obj.-Dok.-Nr.: 09030103
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Lichtenrade
Strasse: Alt-Lichtenrade
Hausnummer: 113 & 115
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bauernhaus
Datierung: um 1850
Umbau: 1920
Umbau: 1937-1938
Entwurf: Delius, Helmut

Das traufenständige eingeschossige Gebäude Alt-Lichtenrade 113/115 (1) beherbergte über viele Jahre die Gemeindeverwaltung von Lichtenrade. Die linke Haushälfte wurde um 1850 als Bauernhaus errichtet. Der Eingang befindet sich in der Mittelachse. Die Putzfassade war ursprünglich durch eine Quaderung gegliedert. Zur Jahrhundertwende wurde das Bauernhaus vom Gemeindeamt übernommen. Um mehr Platz zu gewinnen, wurde das Dachgeschoss 1920 ausgebaut. Damals entstand das charakteristische Zwerchhaus, das mit den breiten Lisenen, dem markanten Dreiecksgiebel und dem Bogenfenster im Giebelfeld an klassizistische Vorbilder erinnert. Die 1920 neben dem ehemaligen Bauernhaus erbaute Baracke wurde 1937-38 durch den noch heute vorhandenen rechten Gebäudetrakt ersetzt. Magistratsoberbaurat Hellmut Delius entwarf ein schlichtes, ländliches Gebäude, das sich in Gestalt und Dimension dem benachbarten Bauernhaus und der übrigen dörflichen Bebauung anpasst. Die geschwungene Treppe, die zum Hauseingang führt, verdeutlicht ebenso wie die Fledermausgaube, dass sich der Architekt die ländliche Baukunst um 1800 zum Vorbild genommen hat. Im Souterrain musste nach den Luftschutzbestimmungen der Nationalsozialisten ein Luftschutzkeller eingebaut werden. Der Flur hinter dem Hauseingang erschließt den großen Kassenraum (rechts) und den Warteraum zur Ortsamtsstelle (links). Heute beherbergt das Gebäude schulische Einrichtungen.


(1) Rach 1988, S. 180; Tempelhof - Bauten, Straßen, Plätze 1992, S. 19.

Literatur:
  • Rach, Dörfer, 1988 / Seite 180f.
  • Wille, 1985 / Seite 128f.
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 223